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8. Juni 1963
Ich glaube, es war gestern nacht (nicht in der Nacht von gestern auf heute, sondern von vorgestern auf gestern), das Bewußtsein war drei Stunden lang völlig ausgeschaltet - kein Gedanke, kein Wille, keine Handlung, keine Beobachtung, nichts. All dies hatte aufgehört. Zum Beispiel alles, was bei Erfahrungen im Unterbewußten abläuft, wenn man dort eine Arbeit verrichtet, all dies war zum Stillstand gekommen. Es war wie die Aktion einer Kraft. Ohne Denken, ohne Ideen, nichts als die Empfindung und die Wahrnehmung einer Kraft (das richtige Wort ist awareness), aber einer ungeheuren Kraft, wie die Kraft der Erde - alle Kom
20. April 1963
Eben hat mir D erzählt, daß man ihm empfehle, mit offenen Augen zu meditieren (ich weiß, das hält einen irgendwie aktiv). Er sagte, wenn er aus Versehen die Augen schließt, kann er sich nicht mehr bewegen. Er bleibt bewußt, wird aber völlig unbeweglich: er kann nicht aufstehen, kann sich nicht bewegen, nicht einmal den Kopf drehen.
Das ist gefährlich.
Da riet ich ihm, die Augen auch wirklich offen zu halten: das hält eine gewisse Aktivität aufrecht. Wenn man die Augen schließt, fällt man völlig in Trance (man ist vollkommen bewußt, aber man fällt in Trance, und der Körper wird absolut unbeweglich). Theon lehrte m
25. Dezember 1963
(Mutter sieht müde aus)
Wie sind deine Nächte?
Nicht sehr bewußt.
Das macht nichts! Hauptsache, du ruhst dich aus.
Die letzte Nacht war eine einzige Plackerei.
(Schweigen)
Gegenwärtig läuft im Unterbewußtsein eine ganze Studie über die Ursachen der Krankheiten ab. Da sieht man keine sehr angenehmen Dinge...
Das Subtilphysische wird sozusagen von einem ganzen Bereich des materiellsten Vitals durchdrungen, und eben dort entstehen die Krankheiten. Da zeigen sich eine Menge völlig entstellter Formationen - ein Mangel an Aufrichtigkeit. Dies erscheint in Bildern: ich sehe alle möglichen L
21. Februar 1963
(Botschaft anläßlich Mutters fünfundachtzigsten Geburtstags)
Was wir vom Höchsten erbeten haben, ist die größte Gabe, die die Erde vom Allerhöchsten erhalten kann: die am schwierigsten durchführbare Veränderung mit den anspruchsvollsten Bedingungen. Es geht um nichts Geringeres als die Herabkunft der höchsten Wahrheit und Macht in die Materie, die Verankerung des Supramentals im materiellen Bewußtsein und in der materiellen Welt, eine integrale Transformation bis in die eigentlichen Grundfesten der Materie. Einzig eine höchste Gnade kann dieses Wunder vollbringen.
Die höchste Macht ist tatsächlich in
25. September 1963
(Mutter liest die Aufzeichnung einer neuen Erfahrung:)
Es kam auf englisch - ich möchte es im Bulletin bringen, um eine Lücke auszufüllen! Es muß auch ins Französische übersetzt werden.
Love is... (es erübrigt sich zu sagen, daß dies die Verdichtung einer Erfahrung ist - einer Erfahrung, von der ich nicht spreche).
Liebe ist nicht sexuelle Beziehung.
Liebe ist nicht vitale Anziehung und Austausch.
Liebe ist nicht des Herzens Hunger nach Zuneigung.
Liebe ist eine mächtige Schwingung, die direkt vom Einen kommt.
Und nur die sehr Reinen und sehr Starken si
21. September 1963
(Im Laufe des Gesprächs erwägt Mutter die Möglichkeit, am 29. Februar 1964, dem zweiten Jahrestag der supramentalen Manifestation, eine Botschaft zu verlesen, falls ihr eine zuteil wird. Dann fügt sie hinzu:)
... Wenn ich überhaupt sprechen kann.
?
Ja, mir wurde auf sehr liebenswerte Art mitgeteilt, ich werde nicht mehr sprechen können.
Was willst du damit sagen?
Ach, die feindlichen Kräfte verbreiten alle möglichen Suggestionen. Mir wurde gesagt, daß ich den Gebrauch der Sprache verliere - (lachend) das wird für alle besser sein!
(Satprem findet das nicht komisch)
Dies trug s
22. April 1963
(Brief von Satprem an Mutter)
Rameshwaram, Montag, 22. April
Liebe Mutter,
Gestern bin ich gut hier angekommen. Bis jetzt habe ich die meiste Zeit damit verbracht, gegen ein schreckliches Gefühl in meinem Herzen, in meinen Gedanken, in meinem Körper anzukämpfen. Es ist so stark, daß ich heute den erstbesten Zug nehmen würde, um zurückzukehren, wenn ich nur könnte. Noch nie habe ich mich hier so gefühlt. Beinahe hätte ich telegraphisch um Deine Hilfe gebeten. Ich werde versuchen, es hier so lange "auszuhalten", wie es die Höflichkeit gebietet, und dann werde ich schnellstens abreisen.
In materie
10. August 1963
Aphorismus
93
-
Der Schmerz ist wie die Hand unserer Mutter, die uns lehrt, auszuharren und in Seligkeit zu wachsen. Ihr Unterricht vollzieht sich in drei Stufen: zuerst ertragen, dann Gleichmut der Seele, schließlich Ekstase.
Solange es sich um moralische Dinge handelt, ist das absolut klar, indiskutabel: alle moralischen Schmerzen bilden den Charakter und führen einen geradewegs zur Ekstase, wenn man sie zu nehmen weiß. Wenn jedoch der Körper betroffen ist...
Es stimmt zwar, der Arzt sagte selbst (lachend: der Arzt repräsentiert den Zweifel mit großem
19. Oktober 1963
Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß aus der äußersten Spannung der Umstände eine gewaltige Kraft resultieren muß (vermutlich eine transformierende Kraft).
Laß mich das näher erklären:
Die Hilfe ist immer vorhanden, denn ohne jeden Zweifel spürt man das Wirken der Kraft (die "Kraft", d..i.. das höchste Bewußtsein und die höchste Weisheit); die Kraft übt eine Art Druck auf alle Leute und alle Umstände aus - im positiven Sinne, damit das Beste geschieht, und zwar auf hierarchische Weise, d.h. das Höchste und Reinste (du kennst meine Definition des "Reinen") dient als Zentrum, um welches sich die Dinge or
30. Oktober 1963
(Zu Satprems Geburtstag schreibt Mutter folgende Botschaft:)
Ein Tag wird kommen, wo all die schönen Träume
Wirklichkeit werden - eine Wirklichkeit,
die viel wunderbarer ist als alles, was wir uns erträumen können.
Mit unserer Liebe und unserem Segen.
Ich schreibe es auf französisch, aber Sri Aurobindo sagte dies für dich!
Ich schrieb absichtlich "unsere".
Er sagte mit Entschiedenheit: "Sag ihm das, damit er es nicht vergißt: All das Schönste, Wunderbarste, Phantastischste, das man sich nur erträumen kann, ist ni