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M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 27. Mai 1970
27. Mai 1970
Ich glaube, daß der Druck dieses Bewußtseins wirkt, aber eine Menge Leute streiten sich in den Abteilungen und vor allem in der Druckerei. Deshalb habe ich etwas geschrieben:
(Mutter überreicht eine Notiz)
"Ihr scheint zu vergessen, daß ihr durch die Tatsache, daß ihr im Ashram lebt, weder für euch selbst noch für einen Arbeitgeber arbeitet, sondern für das Göttliche. Euer Leben soll dem Göttlichen Werk geweiht sein und darf nicht von kleinen menschlichen Erwägungen bestimmt werden."
Möchtest du das veröffentlichen oder ans Anschlagbrett hängen?
Das wäre vielleicht zu öffentlich ...
Man könnte ... Das gilt vor allem d
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 25. November 1970
25. November 1970
(Satprem liest die zweite Hälfte des zehnten Kapitels: "Harmonie".
Mutter hört mit geschlossenen Augen zu.)
"... Wenn sich der Blick ändert, kann man die Welt neu gestalten."
(Mutter öffnet ihre Augen weit und versinkt wieder bis zum Schluß)
Das ist außerordentlich! Das enthält eine Art ... ein GEFÜHL, das nicht von dieser Welt ist. Es verbindet einen mit einer gewissen ... ich weiß nicht, wie ich das nennen soll, aber eine Art Gefühl (tatsächlich sieht Mutter gerührt aus) jenseits des Mentals - jenseits von allem, nicht nur des Mentals, sondern des Intellekts.
Ein neues Gefühl. Ich kann es nicht beschreiben
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 30. Mai 1970
30. Mai 1970
(Mutter scheint sehr nach innen gekehrt zu sein.)
Ich erinnere mich gar nicht mehr an dieses Buch [Gedanken und Aphorismen]. Hast du die letzten gesehen?
(Satprem liest vor)
529 - Das uneingeschränkte Mitgefühl ist die edelste Charaktereigenschaft; keinem lebenden Wesen auch nur das geringste Leid zuzufügen, ist die höchste aller menschlichen Tugenden; aber Gott praktiziert weder das eine noch das andere. Ist deshalb der Mensch edler und besser als der Allesliebende?
528 - Das menschliche Erbarmen entstammt der Unwissenheit und der Schwäche, es ist der Sklave emotioneller Eindrücke. Das göttliche Mitgefühl versteht,
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 8. Juli 1970
8. Juli 1970
(Mutter wirkt müde. Ihr Gesicht ist immer noch geschwollen.)
Schwierige Augenblicke ...
(lange Kontemplation während der ganzen Gesprächszeit)
Hast du nichts zu fragen?... Und Sujata?
Weißt du, liebe Mutter, es ist sehr seltsam, in drei aufeinanderfolgenden Nächten träumte ich von dir im Zusammenhang mit dem Essen.
Du gabst mir etwas zu essen?
Ja, entweder suchte ich Nahrung oder bereitete sie zu.
Wie hast du mich denn ernährt? ... Gabst du mir etwas zu essen? Oder gar wie einem Baby!
Nein, das erste Mal lagst du, und du hattest Durst - viele Leute waren da, aber niemand tat etwas ...
(Mutter nic
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 9. Mai 1970
9. Mai 1970
(Mutters physischer Zustand war in den letzten Tagen ernst.)
Hast du den Aphorismus von gestern erhalten?
Nein, man hat ihn mir nicht gegeben.
Ach?... Er lautete so ... (Mutter versucht sich zu erinnern) "Die merkwürdigste Erfahrung der Seele ..." Ich weiß es nicht mehr.
Ja, es ist dieser:
507 - Die merkwürdigste Erfahrung der Seele ist die: Wenn die Seele aufhört, sich über das Bild und die Bedrohung von Schwierigkeiten zu beunruhigen, wird sie feststellen, daß die Schwierigkeiten selbst nirgendwo in unserer Umgebung existieren. Dann hören wir hinter diesen unwirklichen Wolken Gott über uns lachen.
Gestern s
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 28. Oktober 1970
28. Oktober 1970
(Mutter gibt Satprem ihre Neujahrsbotschaft für 1971:)
Gesegnet sind jene,
die einen Sprung
in die Zukunft machen.
***
(Mutter versucht mühsam, einige in großen Buchstaben für sie abgeschriebene Verse aus Savitri zu lesen. Diese Texte sollen mit Musik vertont werden.)
In manchen Augenblicken, kann ich sehr gut lesen, in anderen Augenblicken ...
Dort sah er abseits und umwallt von ihrem innerlichen Wesen
in einem mystischen Sperrfeuer dynamischen Lichts
einsam und ungeheuer hochgeschwungen eine Welten-Säule,
wie ein Gebirgsfahrzeug der Götter aufg
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 27. Juni 1970
27. Juni 1970
(Mutter hat ein geschwollenes Gesicht wegen eines Zahnabszesses.)
Wir bräuchten noch "Notizen" für die August-Ausgabe des Bulletins.
Du hast doch welche! (Lachen)
Es gibt zwar einiges, aber du hast schon lange nicht mehr gesprochen...
(langes Schweigen)
Ich habe mich ein- oder zweimal gefragt, ob es wohl an mir liegt, daß du nicht sprichst?
Nein!
Etwas in meiner Haltung oder ...?
Nein, nein, mein Kind! Nein, das ist es nicht.
Das ist es nicht.
Wenn das der Fall wäre, könnte ich mit jemand anderem sprechen - doch es ist für alle das gleiche.
Etwas geschieht - es ist nicht, als geschähe ni
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 4. April 1970
4. April 1970
Heute vor sechzig Jahren kam Sri Aurobindo in Pondicherry an ...
(Schweigen)
Zeigt man dir weiterhin die Aphorismen?... Ich erinnere mich nicht, diese Dinge vorher gelesen zu haben ... Weißt du, er wollte mit aller Macht die Regeln und Konventionen brechen [[Wir wissen nicht, um welchen Aphorismus es sich genau handelt, aber vielleicht um folgenden: 446 - ""Irrtümer, Lügen, Fehltritte!" schreien sie. Wie strahlend und schön sind Deine Irrtümer, o Herr! Deine Lügen retten der Wahrheit das Leben, durch Deine Fehltritte vervollkommnet sich die Welt." ]] .
Ich hatte sehr stark den Eindruck, daß dies in Europa zur Haltung führte, di
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 18. Juli 1970
18. Juli 1970
(Mutter beginnt mit der Übersetzung zweier Texte von Sri Aurobindo für das nächste Bulletin.)
"Es ist sehr viel leichter für den Sadhak [Schüler], sich durch seinen Glauben an die Mutter seiner Krankheiten zu entledigen, als es für die Mutter ist, sie fernzuhalten, denn die Mutter mußte sich gerade durch die Beschaffenheit ihrer Arbeit mit den Sadhaks identifizieren, alle ihre Schwierigkeiten ertragen und alles Gift ihrer Naturen in sich selbst aufnehmen ..."
Wie liebenswert! (Mutter lacht)
"... und darüber hinaus alle Schwierigkeiten der irdischen Natur auf sich nehmen, sogar die Möglichkeit des Todes und der Krankh
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 23. Mai 1970
23. Mai 1970
(Satprem übergibt Mutter seine Rente.
Dann nimmt Mutter das Gespräch auf:)
Es ist eine Zeit der Entdeckungen ... überall!... Als hätte etwas solange Druck gemacht, bis die Dinge nichts mehr vortäuschen können - alles muß sich so zeigen, wie es ist. (Lachend) Das sind Entdeckungen!
Wenn man beide Seiten anhört, ergibt sich natürlich eine fast widersprüchliche Geschichte, aber ... Man weiß nicht, wo die Wirklichkeit ist.
Nicht nur hier [im Ashram] sondern im ganzen Land. Man erzählt mir alles Elend und bittet mich, einzugreifen (natürlich nicht äußerlich).
Es ist ein Mischmasch ...
(Schweigen)
Hast du die letzten Ap