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M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 20. Mai 1970
20. Mai 1970
(In den letzten Tagen hatte Mutter eine leichte Entzündung am linken Auge, sowie einen Zahnabszeß - Satprem hatte ebenfalls eine Zahnentzündung.)
Nach dem Auge, der Zahn ... Ein Ding nach dem anderen. Nun ...
Das geht einfach so weiter ...
(Schweigen)
Hast du die Broschüre [über Auroville und die Religionen] gesehen? Sie ist gut ... Ich habe sie in Auroville verteilen lassen. Die Leute von "Auromodèle" kommen abwechselnd am Dienstagnachmittag (jeden Dienstag kommen fünf oder sechs), ich gab sie ihnen gestern.
Ich sehe auch einige; sie besuchen mich nacheinander.
Ach?
Ja, man hat den Eindruck, daß sie ein
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 28. Februar 1970
28. Februar 1970
(Mutter hustet immer noch)
Die Arbeit im Körper geht in beschleunigtem Tempo voran, aber es ist nicht leicht ... Jedenfalls sehr präzise, sehr genau. Ich habe dir erzählt, daß ich eine ganze Nacht bei Sri Aurobindo verbrachte und er mir bis ins Detail erklärte, was sich alles mit dem Körper abspielt ...
Es ist schwierig.
Man hat so sehr den Eindruck, daß der Zustand, den man vorher normal fand, ein Zustand völliger Dummheit ist ... und daß alle, aber auch alle Stützpunkte, die man hatte, überhaupt nichts taugen. Deshalb ist es ... schwierig.
Da sind Dinge ... Höchst interessant! Man glaubt immer, es gebe gewisse
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 28. November 1970
28. November 1970
(Satprem gibt Mutter seine Rente und fragt sie, ob er etwas Geld behalten könne, um sich außerhalb von Pondicherry in den Nandanam-Gärten ein Zimmer einzurichten.)
Ja, das wird dir gut tun.
***
(Dann übersetzt Mutter einige Abschnitte aus Savitri,
darunter diesen:)
Il prête de la beauté à la terreur des gouffres
Et des yeux fascinants aux dieux périlleux,
Revêt de grâce le démon et le serpent.
II.II.106
Sie leiht dem Schrecken jener Klüfte ihre Schönheit
und den gefahrvollen Göttern ihre hinreißenden Augen.
Mit Anmut kleidet sie den Dämon und die Schlange.
(dt
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 30. September 1970
30. September 1970
(Mutter ist etwas verspätet)
Ich weiß nie, welchen Tag wir haben, und man sagt es mir auch nicht, deshalb wußte ich nicht, daß heute dein Tag ist. Nun bin ich verspätet. Ich weiß überhaupt nicht mehr, welchen Tag wir haben. Ich bin dabei, Leute zu empfangen, und dann sagt man mir plötzlich, es sei Mittwoch ... Ich weiß nicht einmal, ob es Mittwoch oder Samstag ist.
Ich lebe völlig außerhalb der Zeit, außerhalb der kleinen täglichen Realität.
(Schweigen)
Gestern sah ich G, es geht ihm nicht sehr gut.
(nach einem langen Schweigen)
Ich habe den Eindruck, er lebt außerhalb der Atmosphäre.
Dennoch sa
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 1. April 1970
1. April 1970
T stellte mir eine Frage in bezug auf den Tod ihres Bruders, N.J. [[Ein junger Lehrer, der vor einigen Jahren gestorben war. ]] Wie es scheint, wußte er schon einige Monate vorher, daß er sterben würde, und er sagte: "Aber ich werde im Ashram wiederkommen." Dann sah ihn seine Schwester. Ich sagte ihr: "Ich weiß, daß ich ihn, als er starb, zu einer Ruhestätte geleitete - vermutlich ist er nun von dort zurückgekehrt." Nachdem sie mit mir darüber gesprochen hatte, konzentrierte ich mich ein wenig, und eines Nachts sah ich ihn: er war zurückgekehrt, und zwar im Körper eines zwei oder drei Jahre alten Kindes. Aber ich sah ihn nicht hier
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 10. Januar 1970
10. Januar 1970
(Trotz seines nebensächlichen Charakters veröffentlichen wir den Anfang des folgenden Gesprächs, denn es ist sehr aufschlußreich bezüglich der Schwierigkeiten, mit denen Mutter zu kämpfen hatte.)
... Und dann dies, eine Übersetzung: Jemand, der hier war (er ist jetzt wieder fortgegangen), hat eine Übersetzung gemacht. Wahrscheinlich taugt sie nicht viel, ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, wem ich sie geben soll. Falls du irgendwann einmal nichts anderes zu tun hast ...
Liebe Mutter, das Problem ist, daß man in der Druckerei schon jetzt nicht imstande ist, die existierenden Übersetzungen herauszubringen - es geht nicht
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 5. August 1970
5. August 1970
(Dieses Gespräch war das letzte vor einer schweren Prüfung, die sich erneut durch eine einmonatige "Krankheit" ausdrückte. Es sei bemerkt, daß wie durch einen Zufall, der kein Zufall war, Mutters treue Assistentin am 6. August nach Bombay abreisen mußte, um sich einer Krebsoperation zu unterziehen. Sie war das letzte Element, auf das sich Mutter in ihrer unmittelbaren physischen Umgebung verlassen konnte. Nun wird sie allein sein zwischen ihrem "Wächter" und ihrem Arzt. Gleich am 6. August bekam sie ein Fieber und eine Erkältung.)
Die Geldreserven sind plötzlich leer - nichts mehr da! Ich erwarte Geld, aber es kommt nicht (Gel
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 7. März 1970
7. März 1970
Zuerst wollte ich dir erzählen, daß Nolini eine sehr interessante Erfahrung hatte. Dies war gestern. Seit ein oder zwei Tagen fühlte er sich nicht wohl: er hatte Schwindelanfälle und konnte fast nicht gehen, er fühlte sich also ziemlich elend. Um ins Bad zu gelangen, mußte er dennoch aufstehen, aber er stand nicht sicher auf seinen Beinen, da sagte plötzlich etwas in ihm: "All das kommt davon, daß dein physisches Bewußtsein kein Vertrauen hat: es glaubt nicht, es hat kein Vertrauen", und MIT EINEM SCHLAG fühlte er, wie ihn etwas packte, und alles war weg! Er fühlte sich wieder vollkommen wohl, und so blieb es auch. Er wußte sehr wohl, daß
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 21. Oktober 1970
21. Oktober 1970
Ich habe alte Papiere gefunden.
(Satprem liest)
"Man sagt mir, daß du beabsichtigst, Kopien des Porträts, das du von mir gezeichnet hast, zu verteilen. Es wäre besser, in diese Versammlung nichts Persönliches einzubringen, das die Atmosphäre einer entstehenden Religion suggerieren könnte."
Das war für Auroville, und zwar ein von Y gemaltes Porträt. Hast du es gesehen? Du hast es gesehen! (Mutter lacht)
Das war eine höfliche Weise, es ihr zu sagen. Aber sie hörte nicht auf mich und verteilte es trotzdem.
***
(Dann hört sich Mutter die englische Übersetzung gewisser Auszüge der "höllischen" Agenda
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 3. Oktober 1970
3. Oktober 1970
(Mutter gibt Satprem einen Kalendernotizblock, dann einen Filzstift.)
Welche Farbe ist das?
Violett.
Das Violett der Macht.
(Mutter sucht vergeblich nach einem grünen Filzstift für Sujata
und gibt ihr schließlich einen blauen)
Hast du etwas?
(Mutter tritt in eine lange Kontemplation. Die Atmung verbessert sich, wird ruhiger, aber von Zeit zu Zeit treten Zuckungen des linken Beins und der Schultern auf, vor allem der rechten Schulter.)
Hast du nichts?
Gibt es etwas Neues?
(Mutter schüttelt den Kopf und geht wieder in sich)
Hast du mir wirklich nichts vorzulesen?
Wenn du möchte