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6. Mai 1960
Manchmal
gewinnt man den Eindruck, daß es ein außerordentliches Geheimnis zu
entdecken gibt, und daß es hier liegt, fast vor unseren Augen, daß wir
Das Ding erfassen werden, wissen werden ...
Manchmal,
eine Sekunde lang, sieht man Das Geheimnis; eine Öffnung entsteht, dann
verschließt es sich wieder. Dann wieder enthüllen sich die Dinge für
eine Sekunde, man weiß wieder ein wenig mehr. Gestern war Das Geheimnis
offenbar, völlig klar, weit offen. Aber das ist nicht etwas, das sich
erklären läßt; die Worte wirken idiotisch - man muß selber die Erfahrung
machen.
Von di
16. Oktober 1953
(Mutter verteilte diese beiden Botschaften, Auszüge aus Briefen,
die Sri Aurobindo ihr 1915 nach Frankreich schrieb. Sie fügte folgenden
Kommentar hinzu: "Dies ist, was Sri Aurobindo mir im zweiten
Jahr des ersten Weltkrieges schrieb: es trifft immer noch zu.")
Innerlich ist alles reif oder dabei zu reifen, aber eine Art
verkeilter Kampf findet statt, in dem keine Seite einen merklichen
Durchbruch erzielen kann (ein wenig wie der Stellungskrieg in Europa),
die spirituelle Kraft behauptet sich gegen den Widerstand der physischen
Welt, aber dieser Wid
15. August 1951
Herr, möge Dein Wille geschehen, möge Dein Werk
sich erfüllen, kräftige unsere Ergebenheit,
bestärke unsere Hingabe, erhelle uns den Weg.
Wir errichten Dich in uns als den höchsten Herren,
damit Du jener der gesamten Erde wirst.
Unsere Worte sind noch unwissend: erleuchte sie.
Unsere Aspiration ist noch unvollkommen: reinige sie.
Herr, diese Erde klagt und leidet;
das Chaos nahm seinen Sitz in dieser Welt.
Der Schatten ist so groß, daß Du allein ihn
25. November 1959
Es besteht
ein Unterschied zwischen der Unsterblichkeit und dem Zustand ohne Tod.
Sri Aurobindo beschrieb das sehr gut in Savitri.
Der Zustand
ohne Tod kann in Zukunft für den menschlichen Körper in Aussicht
gestellt werden: eine ständige Wiedergeburt. Anstatt zurückzufallen und
zu zerfallen, aus Mangel an Plastizität und aus Unfähigkeit, sich der
universellen Bewegung anzupassen, löst sich der Körper sozusagen nach
vorne auf.
Ein Element
bleibt konstant: in jeder Art von Atomen ist die innere Anordnung der
Bestandteile anders, und das macht den Unterschie
Ohne Datum 1957 c
"Ich bin mit euch." Was bedeutet das genau? Wenn wir beten oder innerlich mit einem Problem kämpfen, werden wir dann wirklich immer gehört, trotz unserer Ungeschicklichkeit und unserer Unvollkommenheit, sogar trotz unseres schlechten Willens und unserer Irrtümer? Und wer hört uns? Du, die mit uns bist?
Bist du es in deinem höchsten Bewußtsein, eine göttliche unpersönliche Kraft, die Kraft des Yoga, oder bist du es in deinem Körper mit deinem physischen Bewußtsein - eine persönliche Gegenwart, die um jeden Gedanken und jede Handlung weiß, und nicht irgendeine anonyme Kraft? Kannst du uns sagen, wie, in welc
9. Juni 1955
(Brief von Satprem an Mutter)
Pondicherry, 9. Juni 1955
Mutter, ich kann nicht sagen, daß es Sehnsucht nach der äußeren Welt ist,
die mich zurückzieht, auch kein Festhalten an einer "persönlichen" Form des
Lebens, nicht einmal irgendein vitaler Wunsch, der seine eigene Befriedigung
sucht. Diese alte Welt zieht mich nicht mehr an, und ich sehe überhaupt
nicht, was ich darin tun sollte. Dennoch blockiert etwas den Weg.
Wenn ich wenigstens einen bestimmten "Fehler" in mir sähe, der mir den
Weg versperrt und den ich klar konfrontieren könnte ... Aber ich habe den
Eind
Juni 1960 b
(Brief von Satprem an Mutter)
Pondicherry, Juni 1960
Liebe Mutter,
Dies um Dir zu sagen, daß die Korrekturbögen des Orpailleur heute morgen um elf abgeschickt werden ...
Ich habe nicht viele Seiten von La Synthèse fertig, treffe ich Dich trotzdem morgen, wie Du es geplant hattest?
Dein Kind,
Satprem
P.S. Bitte beschütze "meinen" Orpailleur!
(Mutters Antwort)
17.6.60
Mein liebes Kind,
Ich bin bei Dir, und das Nötige wird geschehen.
Sorge Dich nicht, alles wird gut gehen.
Im Frieden und der zuversichtlichen Freude.
Mutter
@
11. Mai 1958
Eines der Dinge, die mir am stärksten das Gefühl des Wunders vermitteln,
ist wenn diese finstere Menge sich versammelt [[ Am letzten "Darshan" (24.
April), bei dem Mutter vor den versammelten Besuchern und Schülern auf ihrem
Balkon erschien. ]] - wirklich tamasische Wesen, mit schreienden Kindern,
hustenden Leuten -, und dann plötzlich ... verstummt es.
Jedesmal, wenn das geschieht, habe ich wirklich den Eindruck eines
Wunders! Ich sage sofort: "O Herr, Deine Gnade ist unendlich!"
***
Kürzlich geschah etwas sehr seltsames während einer Meditation. Ich
eri
M u t t e r s . A g e n d a - Bd 1 - 29. März 1959
29. März 1959
(Botschaft von Mutter)
Es ist wohl nicht sehr nützlich, mental vorherzubestimmen, was die
genauen Ergebnisse der Herabkunft eines supramentalen Bewußtseins in eine
Welt sein werden, in der bisher die mentale Intelligenz das höchste
evolutionäre Produkt und die führende Kraft war. Denn das Supramental ist
ein Bewußtsein, das auf ganz andere Weise wirken wird als das Mental, und
die Richtlinien, die letzteres für es vorzeichnet, werden von der höheren
Energie seiner Selbst-Ordnung und Aktion hier kaum respektiert werden.
M u t t e r s . A g e n d a - Bd 1 - Ohne Datum (Juli ?) 1958
Ohne Datum (Juli ?) 1958 h
Um diesen Yoga zu verfolgen, muß man wenigstens einen Anfang von Schönheitssinn besitzen. Ohne ihn verfehlt man einen der wichtigsten Aspekte der physischen Welt.
Diese Schönheit, die Würde der Seele - dafür bin ich sehr empfänglich. Das berührt mich und erweckt stets einen großen Respekt in mir.
Schönheit der Seele?
Ja, sie zeigt sich im Gesicht; diese Würde, die Schönheit, die Harmonie der integralen Verwirklichung. Wenn die Seele im Physischen durchscheint, verleiht es diese Würde, die Schönheit, die Erhabenheit: die Erhabenheit, das Tabernakel zu sein. Selbst Dinge, die eig