1523
results found in
40 ms
Page 66
of 153
4. Juni 1966
Geht es dir gut? - Es
müsste dir eigentlich besser gehen.
Warum?
Weil ich glaube - ich "glaube", das ist so eine Redensart. Das letzte Mal habe ich dir von dieser ungeheuren Kraft erzählt; ich glaube, sie hat trotz allem eine Wirkung.
Sie hat etwas in der Atmosphäre verändert; es ist nicht mehr so drückend, findest du nicht auch? Ich habe dir von diesem "Standortwechsel" erzählt, und es ist wirklich, als sei etwas umgestülpt worden. Das
müsste sich doch eigentlich auf alle auswirken, oder?
Und ich schreibe weiterhin endlose Seiten deines Buches - ja! Das ist etwas ganz Neues. (Nach dem
8. Juni 1966
(Im Anschluss an die Lektüre eines lange zurückliegenden Entretiens vom 19. April 1951, in dem Mutter gesagt hatte: "Man unternimmt eine innere Jagd. Man geht auf die Jagd nach kleinen finsteren Winkeln... Man gibt die Schwierigkeit in sich selbst oder in den anderen, wo auch immer sie sich manifestiert, dem göttlichen
Bewusstsein hin und bittet es, sie zu transformieren.")
Genau das tue ich seit zwei Tagen. Seit zwei Tagen verbringe ich meine gesamte Zeit damit, diese ganze... ach, diesen Berg an schäbigen kleinen Dingen zu sehen, die man dauernd erlebt, winzige schäbige Dinge. Dafür gibt es nur ein Mittel,
18. Mai 1966
(Nach der Lektüre der ersten Bruchstücke des
Sannyasins)
Ich mag deine Art zu schreiben.
Sie wirkt beruhigend.
Aber wenn man einen Roman schreibt,
muss man einen Aufbau haben, das heißt, alle möglichen unnützen Dinge müssen eingebracht werden, um bestimmte Punkte zu erreichen, und das ist mühsam. All dieser unnütze Kram, den man darstellen
muss, nur um ihn anschließend wieder aufzulösen.
Mich entspannt es sehr, den Bereich der schönen Form, der harmonischen Form zu betreten; ich finde das sehr entspannend.
Dieses materielle Mental - das im Begriff ist, sich zu
M u t t e r s . A g e n d a - Bd 7 - 30. März 1966
30. März 1966
(Das folgende Gespräch ergab sich beim Anhören der Übersetzung des Gesprächs vom 4. März ins Englische. Darin hatte Mutter besonders hervorgehoben: "Es ist nur eine Frage der Wahl: Man wählt, ob es so oder so sein soll...")
Ich hatte dieselbe Erfahrung im Zellbewusstsein. Sie dauerte eine Stunde lang und war wirklich beinahe wie ein Wunder.
Dasselbe
Bewusstsein wie jenes, das ich im "materiellen Mental" hatte, wie man es nennen kann (das heißt, das kollektive
Bewusstsein der Zellen), aber heute morgen war es in den Zellen selbst, dieses
Bewusstsein (dieses ewige Bewusstsein, von dem Mutter am 4. März sprach) -
9. Juli 1966
V stellte mir eine Frage im Hinblick auf die Amerikaner und Vietnam; ich antwortete ihm folgendes (Mutter sieht sehr vergnügt aus und reicht Satprem den Text ihrer Antwort):
(Frage)
Sind die Anwesenheit und die Intervention der Amerikaner in Vietnam gerechtfertigt?
(Mutters Antwort)
Von welchem Standpunkt aus stellst du diese Frage?
Wenn es aus politischer Sicht geschieht - Politik ist eine grobe Falschheit, und ich befasse mich nicht damit.
Wenn es aus moralischer Sicht g
15. August 1966
(Botschaft zu Sri Aurobindos Geburtstag:)
"
Die Aufgabe der größten spirituellen Sucher Indiens besteht heute weder in einem ausschließlichen Verharren im blinden Trott des materiellen Daseins noch in einer Flucht in ein namenloses Schweigen, um den Schwierigkeiten des Lebens in der Welt zu entkommen, es geht vielmehr darum, den Frieden und das Licht und die Macht einer größeren göttlichen Wahrheit und eines göttlichen
Bewusstseins herabzubringen, um das Leben zu transformieren. Hier, inmitten eines solchen über viele Jahre hinweg mit ungeteilter Zielstrebigkeit verfolgten B
15. November 1966
...Ich bin inexistent.
Müde?
Nein, absolut weg (Geste nach oben). Ich bin mir darüber im klaren,
dass es völlig nutzlos ist, irgend etwas zu wollen oder festzulegen: du siehst, wie spät es ist, 10 Uhr 45. Ich habe aufgegeben - ich bin nur noch ein Roboter, der Papiere unterschreibt, das ist alles; ob ich will oder nicht... das "Ich" hat vor langer Zeit aufgehört zu wollen -, aber auch nur eine physische Notwendigkeit zum Ausdruck zu bringen... nutzlos.
Ich bin wirklich weg.
Geh nicht!
Ach, das macht nichts. Das hier (Mutter deutet auf ihren Körper) ist ja
M u t t e r s . A g e n d a - Bd 7 - 26. März 1966
26. März 1966
(Zunächst liest Mutter ihre Botschaft für die Eröffnung der Sportsaison im Aschram:)
Vielleicht ist es gut, euch daran zu erinnern,
dass wir für ein besonderes Werk hier sind, für eine Arbeit, die anderswo nicht geschieht: Wir wollen in Kontakt mit dem höchsten
Bewusstsein, dem universellen Bewusstsein treten, wir wollen es empfangen und manifestieren. Dazu brauchen wir eine sehr solide Basis, und unsere Basis ist unser physisches Wesen, unser Körper. Wir müssen also einen soliden, gesunden, ausdauernden, gewandten, agilen und starken Körper ausbilden, damit er für alle Eventualitäten bereit ist.
16. Februar 1966
(Über Satprems Mutter)
...Es ist kein Wunder,
dass du der Sohn deiner Mutter bist: es ist ganz natürlich. Das besagt vieles... Es bedeutet einen guten Atavismus. Es bedeutet,
dass dein Übergang ins Leben die Schwierigkeiten nicht vervielfacht hat, im Gegenteil.
Ich selbst habe meine Eltern gewählt (lachend: wiederhole nicht, was ich dir sage!), ich wählte sie, um eine solide physische Basis zu haben, weil ich
wusste, dass die Arbeit, die ich zu tun habe, äußerst "schwierig" sein würde und ich eine solide Basis benötigte. In dieser Hinsicht hatte ich Erfolg. Aber dann gab es Schwierigkeiten... Da
22. Mai 1966
(In einem Stapel von Papieren stößt Satprem zufällig auf Notizen von Mutter)
(Lachend) Sie sind überall! Hier, da, dort... Sri Aurobindo sagte mir einmal (ich glaube, es war 1920): "Ach, sie haben mein Zimmer aufgeräumt, ich finde nichts mehr!" Sie aber sagten, seine Papiere seien überall verstreut gewesen: auf seinem Bett, auf den Stühlen, auf dem Tisch, in den Schubladen, auf den Regalen; überall lagen Papiere und Notizen wie diese hier. Aber er
wusste genau, wo jeder Zettel war. Dann machten sie "Ordnung" und räumten auf - und er fand nichts mehr. Sehr lustig. Ich fragte ihn: "Möchtest du, dass ich de