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M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 27. Juni 1970
27. Juni 1970
(Mutter hat ein geschwollenes Gesicht wegen eines Zahnabszesses.)
Wir bräuchten noch "Notizen" für die August-Ausgabe des Bulletins.
Du hast doch welche! (Lachen)
Es gibt zwar einiges, aber du hast schon lange nicht mehr gesprochen...
(langes Schweigen)
Ich habe mich ein- oder zweimal gefragt, ob es wohl an mir liegt, daß du nicht sprichst?
Nein!
Etwas in meiner Haltung oder ...?
Nein, nein, mein Kind! Nein, das ist es nicht.
Das ist es nicht.
Wenn das der Fall wäre, könnte ich mit jemand anderem sprechen - doch es ist für alle das gleiche.
Etwas geschieht - es ist nicht, als geschähe ni
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 4. April 1970
4. April 1970
Heute vor sechzig Jahren kam Sri Aurobindo in Pondicherry an ...
(Schweigen)
Zeigt man dir weiterhin die Aphorismen?... Ich erinnere mich nicht, diese Dinge vorher gelesen zu haben ... Weißt du, er wollte mit aller Macht die Regeln und Konventionen brechen [[Wir wissen nicht, um welchen Aphorismus es sich genau handelt, aber vielleicht um folgenden: 446 - ""Irrtümer, Lügen, Fehltritte!" schreien sie. Wie strahlend und schön sind Deine Irrtümer, o Herr! Deine Lügen retten der Wahrheit das Leben, durch Deine Fehltritte vervollkommnet sich die Welt." ]] .
Ich hatte sehr stark den Eindruck, daß dies in Europa zur Haltung führte, di
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 18. Juli 1970
18. Juli 1970
(Mutter beginnt mit der Übersetzung zweier Texte von Sri Aurobindo für das nächste Bulletin.)
"Es ist sehr viel leichter für den Sadhak [Schüler], sich durch seinen Glauben an die Mutter seiner Krankheiten zu entledigen, als es für die Mutter ist, sie fernzuhalten, denn die Mutter mußte sich gerade durch die Beschaffenheit ihrer Arbeit mit den Sadhaks identifizieren, alle ihre Schwierigkeiten ertragen und alles Gift ihrer Naturen in sich selbst aufnehmen ..."
Wie liebenswert! (Mutter lacht)
"... und darüber hinaus alle Schwierigkeiten der irdischen Natur auf sich nehmen, sogar die Möglichkeit des Todes und der Krankh
M u t t e r s . A g e n d a Bd 11 - 23. Mai 1970
23. Mai 1970
(Satprem übergibt Mutter seine Rente.
Dann nimmt Mutter das Gespräch auf:)
Es ist eine Zeit der Entdeckungen ... überall!... Als hätte etwas solange Druck gemacht, bis die Dinge nichts mehr vortäuschen können - alles muß sich so zeigen, wie es ist. (Lachend) Das sind Entdeckungen!
Wenn man beide Seiten anhört, ergibt sich natürlich eine fast widersprüchliche Geschichte, aber ... Man weiß nicht, wo die Wirklichkeit ist.
Nicht nur hier [im Ashram] sondern im ganzen Land. Man erzählt mir alles Elend und bittet mich, einzugreifen (natürlich nicht äußerlich).
Es ist ein Mischmasch ...
(Schweigen)
Hast du die letzten Ap
6. Juli 1966
(Aphorismen)
118 -
Die Liebe zur Einsamkeit ist ein Zeichen für einen Hang zur Erkenntnis; doch man dringt nur zur Erkenntnis durch, wenn man die Einsamkeit unveränderlich, unwandelbar und überall wahrnimmt, in der Menschenmenge, in der Schlacht und auf dem Marktplatz.
119 -
Wenn du wahrnehmen kannst,
dass nicht DU etwas tust, selbst wenn du große Dinge vollbringst und ungeheure Ergebnisse erzielst, so wisse,
dass Gott sein Siegel von deinen Augenlidern genommen hat.
13. August 1966
Du
weißt, dass sehr viele Leute wegen Auroville gekommen sind... Anstatt zu
arbeiten, verbringen sie ihre Zeit mit Diskussionen und Geschwätz. Dann schicken
sie mir auch noch Briefe. Ihr ganzes mentales Ego ist in Aufruhr. Hast du sie
gesehen?
Nein. Ich
fürchte, "herbeigezogen" zu werden!
Sie beginnen schon, über die politische Situation der Stadt zu diskutieren, noch
ehe der erste Stein gelegt ist! Und einer von ihnen, dieser überzeugte Kommunist
(es ist der mit der meisten Energie und der größten Tatkraft) ist empört:
Gestern schrieb er mir, er könne nicht an einer Sache teilnehmen, die
17. Dezember 1966
Ein Kind in der Schule fragte mich: "Wie können mir Mathematik, Geschichte oder die Wissenschaften helfen, dich zu finden?"
Ich fand das wirklich reizend und antwortete:
Sie können
euch auf verschiedene Weise helfen:
1.
Um fähig zu sein, das Licht der Wahrheit zu empfangen
und zu ertragen, muss das Mental gestärkt, erweitert und
geschmeidig gemacht werden. Diese Studien sind ein sehr
gutes Mittel, dieses Ziel zu erreichen.
2.
Wenn ihr sie gründlich genug stud
19. Februar 1966
(Als Folge eines Entretiens vom 9. April 1951, in dem Mutter zunächst von der Entartung des Geschmacks, dann vom Krieg gesprochen hatte, sowie davon, was ein neuer Krieg bedeuten würde:)
"Um euch die Wahrheit zu sagen: Wir sind wieder auf dem aufsteigenden Ast. Ich glaube,
dass wir nun wirklich den Grund aller Zusammenhanglosigkeit, aller Absurdität, alles Bösen - des Geschmacks am Bösen und
Hässlichen, am Schmutzigen und Beleidigenden - erreicht haben. Wenn man das richtig
auffasst (und ich denke, es gibt Leute, die es richtig auffassen), dann kann einen das direkt und geradewegs zum
27. August 1966
(Mutter zeigt Satprem den Text einer Notiz, die sie für die Schüler geschrieben hat:)
"Jedesmal, wenn ihr unter dem Antrieb der Falschheit handelt, wirkt dies auf meinen Körper wie ein Schlag."
***
Hast du nichts zu erzählen?
Du solltest erzählen.
Nein. Immer nehme ich mir vor, nicht zu reden.
Warum?
Weil das die Erfahrung verwässert.
Auch das hier sind nur Worte. (Mutter zeigt auf den Stapel der "Entretiens" für das nächste Bulletin)
Ja, aber...
Wir leben in Worten.
Nun ja, gezwungenerm
12. November 1966
Gestern war die "Kali-Puja
(Kali-Putscha)", und auf englisch würde ich sagen: She has been outspoken (sie hat kein Blatt vor den Mund genommen).
[[Kali repräsentiert den kriegerischen Aspekt der universellen Mutter. Jedes
Jahr um diese Zeit finden ihr zu Ehren Zeremonien statt.]] Am Nachmittag hat sie (lachend) "ihre Art, die Dinge zu sehen", zum Ausdruck gebracht.
War sie ungehalten?
(Mutter nickt) Und dabei war amüsant,
dass es nicht allein hier, nicht allein die Erde war, sondern eine Unzufriedenheit mit der Art und Weise, wie sich die Kräfte der Natur verhalten... Diese Iro