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M u t t e r s . A g e n d a . Bd 12 - 6. März 1971
6. März 1971
(Das Gespräch beginnt mit eineinhalb Stunden Verspätung)
Hier herrscht ein solches Menschengedränge!... Schrecklich ... Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Und was bringst du für Neuigkeiten?
Meine Neuigkeiten?... Ich weiß nicht.
Ist das Buch erschienen?
Nein. Ich hoffe, Ende nächster Woche.
Erst am Ende ... Die Leute brauchen es wirklich. Ich erhalte zehnseitige Briefe von Leuten, die mir ihre "spirituellen Erfahrungen" erzählen - das spielt sich alles mitten im Vital ab. Sie verstehen nichts. Selbst in Auroville sind sie so - sie verstehen nicht.
Deshalb schrieb ich ... (Mutter versucht sich zu erinnern) W
24. November 1971
Ich habe immer noch den Eindruck, daß ich dir etwas sagen wollte ...
(Mutter versucht vergeblich, sich zu erinnern. Dann geht Satprem zur Lektüre mehrerer Briefe von Sri Aurobindo über, darunter der folgende an einen moslemischen Schüler, der den Ashram verlassen wollte, um ausschließlich seinen Islamismus zu praktizieren, wobei er seinen jüngeren Bruder X und seine Schwester Y gegen ihren Willen mitnehmen wollte:)
... Was X und Y betrifft, hast du keinerlei Anspruch auf sie und kein Recht, ihre Gedanken und Handlungen zu bestimmen. X ist alt genug, selber zu wählen und zu entscheiden; er kann für sich selbst denke
21. August 1971
Hat du etwas zu fragen?
Ich frage mich häufig, was eine Macht über das physische Mental ausüben könnte?
Wie das?
Man prägt ihm zum Beispiel das Mantra ein, so wiederholt es das für eine gewisse Zeit, und dann hoppla! verschwindet es wieder wie in einer Tangente, und man rattert etwas anderes vor sich hin. Ich erlange keinerlei Beständigkeit. Oder ich muß durch das Mental die Bewegung wieder verstärken. Es gelingt, wenn ich das Mental einsetze.
(nach einem Schweigen)
Ich weiß nicht, für mich kommt es spontan. In manchen Augenblicken ist es sehr intensiv, sehr im Vordergrund (das hängt stark von den Umständen und d
4. August 1971
(Mutter macht mehrere vergebliche Versuche, ihre Botschaft für "All India Radio" anläßlich des 15. August auf Band zu sprechen:)
Heute beginnt das Jahr der Jahrhundertfeier Sri Aurobindos. Obwohl er seinen Körper verlassen hat, ist er stets lebendig und aktiv bei uns.
Sri Aurobindo gehört der Zukunft an: er ist der Botschafter der Zukunft. Er zeigt uns weiterhin den Weg, um die Verwirklichung einer glorreichen Zukunft, geprägt vom göttlichen Willen, zu beschleunigen.
Alle, die am Fortschritt der Menschheit und an der wahren Bestimmung Indiens mitarbeiten wollen, sollen sich in einer klarsichtigen Aspiration und
3. April 1971
(Ein weiteres Zeichen der Zeit: Eine Druckerei des Ashrams schickte sich an, entgegen Mutters Anweisungen eine billige Ausgabe der "Genèse" auf betrügerische Weise in Europa und Kanada zu verkaufen, obwohl die Rechte für dieses Buch dort schon vergeben waren. Diese Ausgabe hätte ausschließlich für Indien bestimmt sein sollen. Satprem protestierte ebenfalls gegen den Umschlag und die Aufmachung, die offensichtlich gewählt wurden, um mit wenig Unkosten möglichst viel Geld zu verdienen. Mutters Gesicht ist geschwollen, auch ihre Augen.)
Ich bin angewidert, ich kann niemandem trauen.
Sie verkaufen Bücher wie man Margarine oder E
9. Juni 1971
(Zunächst sagt Mutter Satprem, daß der Aufsatz über "Sri Aurobindo und Bangladesh" ins Hindi übersetzt und nach Delhi geschickt worden ist)
Ein Ansturm gegnerischer Kräfte hat eingesetzt. Ein wütender Ansturm. Aber allmählich beginnt eine Antwort zu kommen - es ist erst ein ganz kleiner Beginn. In jedem war es wie ein Orkan, und es ist noch nicht völlig vorbei. Alles, was man besiegt und zurückgedrängt glaubte, stürzt wieder hervor - bei Leuten, von denen man es am wenigsten erwartete - unter allen Formen, aber vor allem, was den Charakter betrifft, oh!... Zweifel, Aufruhr, all das ...
(Schweigen)
Man bat mich um eine Botsc
30. Oktober 1971
Alles Gute zum Geburtstag! Alles Gute zum Geburtstag!...
(Mutter verteilt Geschenke)
Hier ist meine Karte - nichts Besonderes. Ich weiß nicht einmal mehr, was ich geschrieben habe.
Soll ich sie anschauen?... Du sagst: "Mit meiner Zärtlichkeit und meinen Segenswünschen."
Einfach. Das ist besser als lange Sätze. Ich liebe keine langen Sätze.
Ich kann dir nur eins sagen: Ich brauche dich, voilà! (Mutter lacht)
Oh, liebe Mutter, ich möchte dir besser dienen ... Es ist eine Gnade, für dich zu arbeiten.
Ich bin höchst zufrieden mit deiner Arbeit. Sie ist mir überaus nützlich - genau, wie ich sie möchte. So is
4. September 1971
Was hast du? Hast du nichts?... Haben dich Leute besucht?
Nein, außer ein oder zwei Ausnahmen lehne ich es ab, Leute zu sehen. Ich weiß nicht, aber ich finde es jetzt besser, ruhig zu bleiben.
Nein, man hat mir von jemandem erzählt, der dich besucht hat.
Die einzige Person, die ich gesehen habe, war E.
Ach! Er ist nett. [[Tatsächlich verdanken wir diesem sehr netten Deutschen eine beträchtliche Anzahl Tonbänder, auf denen diese Gespräche aufgezeichnet wurden. Mit Dankbarkeit möchten wir auch ein amerikanisches Ehepaar erwähnen, M.R., das uns den Großteil der Bänder gegeben hat. ]]
Aber sonst weigere ich m
9. Oktober 1971
Hast du deinen Brief abgeschickt an ... wie heißt er? In Frankreich ...
Mein Brief ... An Malraux, meinst du? Ja, ja, ich habe ihn abgeschickt.
Durch wen?
Direkt an seine Adresse in Paris.
Eingeschrieben?
Nein, liebe Mutter.
Die Post funktioniert heute so schlecht ... Hast du eine Kopie aufbewahrt?
(Mutter geht für 25 Minuten in sich)
Hast du eine Frage?
Ich glaube, ich habe das innere Wesen Malrauxs gesehen.
Sieh an!
Ja, in der Nacht vor dem Tag, an dem ich seine Karte erhielt, sah ich ein Wesen in goldenen Kleidern, ganz golden, und er trug sogar einen goldenen Turban. Er kam zu mir u
27. Dezember 1971
(Besuch Sujatas bei Mutter)
Ein Schüler in Amerika hatte eine in einer amerikanischen Zeitschrift veröffentlichte Karikatur geschickt: eine Darstellung von Bangladesh (Ostpakistan), blutend und durchbohrt von den wütenden Hörnern der indischen "heiligen Kuh", ausgestattet mit sowjetischen Waffen. Als Sujata Mutter diese Zeichnung zeigte, fegte sie sie voller Zorn von ihrem Schoß: "Nimm das weg!" Einige Augenblicke später verlangte sie die Zeichnung zurück, nahm eine Feder und schrieb quer über das Bild: "This is disgustingly untrue" [das ist eine abscheuliche Lüge], wie man eine okkulte Handlung ausführt, um etwas zu zer