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19. Mai 1959
Solange man auf dem aufsteigenden Weg bleibt, ist die Arbeit relativ
leicht. Diesen Weg hatte ich bereits zu Beginn des Jahrhunderts durchlaufen
und eine ständige Beziehung zum Höchsten geschaffen, zu Dem, was jenseits
des Persönlichen, jenseits der Götter und allen äußeren Ausdrucksweisen des
Göttlichen, aber auch jenseits des Absoluten Unpersönlichen liegt. Darüber
läßt sich nicht reden: man muß die Erfahrung selber machen. Und genau das
muß in die Materie herabgebracht werden. Darin besteht der absteigende Weg,
der, den ich mit Sri Aurobindo begann; und dort ist die Arbeit immens.
9. August 1958
Wenn sich die menschliche Liebe unvermengt zeigte, wäre sie allmächtig.
Unglücklicherweise enthält die menschliche Liebe ebensoviel SELBSTLIEBE wie
Liebe für den anderen; es ist keine Liebe, in der ihr euch selbst vergeßt.
Die Götter der Puranas waren selbstverständlich noch viel schlimmer als
die Menschen, das kam in dem Film neulich zum Ausdruck [[ Anusuya:
Frau des Rischi Atri und mit großer innerer Kraft begabt. In der Abwesenheit
ihres Mannes kamen drei Götter (Brahma, Wischnu und Maheschwar) als Brahmanen
verkleided und baten sie um Nahrung; dann weigerten sie sich zu esse
19. Oktober 1955
(Handschriftliche Notiz von Mutter)
Die drei Bilder der vollkommenen Hingabe seiner selbst an das Göttliche:
Sich zu Seinen Füßen niederwerfen, frei von
allem Hochmut und in vollkommener DEMUT.
Sein ganzes Wesen vor Ihm entfalten, seinen
Körper völlig öffnen, von Kopf bis Fuß, wie
man ein Buch öffnet, seine Zentren
ausbreiten, damit alle ihre Bewegungen in
voller AUFRIC
22. April 1957
(Brief von Satprem an Mutter)
Pondicherry, 22. April 1957
Liebe Mutter,
Dieses Buch ist beendet. [[
L'Orpailleur [Der Goldwäscher] ]] Ich
würde es Dir gerne selbst bringen, wenn es Dich nicht stört und wann es Dir
paßt.
Dein Kind
Satprem
@
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12. September 1956
[[ Dieser Text wurde nach Mutters Worten
aufgezeichnet. Über das Manuskript schrieb sie: "Dieser Bericht ist exakt"
und unterzeichnete den Text. Die Worte, die Mutter dabei hinzufügte oder
verbesserte, erscheinen in Kursivschrift. ]]
(Während der Mittwochsklasse)
... Eine supramentale Wesenheit nahm mich vollkommen in Besitz.
Sie war ein wenig größer als ich: ihre Füße reichten tiefer als meine
Füße und ihr Kopf überragte meinen Kopf ein wenig.
... Ein massiver Block mit rechteckiger Grundfläche -
ein Rechteck mit
quadratischer Grundfl
30. Oktober 1960
(Nach
einer Meditation mit Mutter. Mutter hatte Satprem vorher eine kleine
Ledermappe mit dem Bild einer ägyptischen Freske zum Geburtstag
geschenkt.)
Zeige mir
nochmal diese Mappe ...
(Mutter schaut) ... Nein, damit hat es nichts zu tun.
Sobald die Meditation begann, sah ich Szenen aus
dem alten Ägypten, die mir ganz und gar bekannt vorkamen. Du warst ein
wenig anders, aber dennoch sehr ähnlich ... Das erste, was ich sah, war
ihr Gott mit diesem Kopf (Geste einer Schnauze), mit einer Sonne über
dem Kopf. Ein Tierkopf, dunkel, mit ... - ich kenne
10. Juli 1959
(Brief von Satprem, nach Pondicherry zurückgekehrt, an Mutter)
Pondicherry, 10. Juli 1959
Liebe Mutter,
Du entschuldigst mich, aber ich kann nicht zu unserer Verabredung kommen. Mein Herz ist gebrochen. Ich könnte nicht zu Dir sprechen.
Eben fand ich die Kraft, mich nicht umzubringen. Das Schicksal wiederholte sich einmal mehr, doch diesmal wies nicht ich sie zurück, wie in den vergangenen Leben, sondern sie wies mich ab: "Zu spät". Einen Augenblick glaubte ich auch verrückt zu werden, so schmerzte es mich - dann sagte ich: "Möge Dein Wille geschehen" (der des Höchsten Herrn) und wiederholte: "Deine Gn
23. April 1959
(Brief von Mutter an Satprem)
23.4.59, 7 Uhr abends
Satprem, mein liebes Kind,
Ich hoffe, Du hast X geschrieben, daß es abgemacht ist, wir erwarten ihn
mit seiner Familie am 30. [April] früh morgens, und ich rechne damit,
daß er mir während seines Besuchs jeden Morgen eine Meditation gibt.
Versichere ihm, daß alles in Ordnung ist und wir ihn erwarten, und daß
ich mit seinen Meditationen rechne.
Immer bei Dir mit Liebe und Fürsorglichkeit.
Mutter
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M u t t e r s . A g e n d a - Bd 1 - 3. März 1957
3. März 1957
(Brief von Mutter an Satprem)
3.3.57
Ich nenne Dich Satprem (wahre Liebe), denn erst wenn Du zur göttlichen
Liebe erwachst, wirst Du fühlen, daß Du liebst.
Mutter
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M u t t e r s . A g e n d a - Bd 1 - Ohne Datum (Juli ?) 1958
Ohne Datum (Juli ?) 1958 g
[[ Handgeschriebene Notiz von Mutter. ]]
In Anbetracht der Welt, so wie sie ist und unverbesserlich zu bleiben scheint, gelangt der menschliche Intellekt letzten Endes zum Schluß, daß dieses Universum ein Fehler Gottes sein muß und daß die Manifestation oder
Schöpfung gewiß die Konsequenz einer Begierde ist: die Begierde, sich zu
manifestieren, die Begierde,
sich zu kennen, sich seiner selbst zu erfreuen. Die einzige Lösung in dieser
Lage wäre, diesem Fehler so bald als möglich ein Ende zu setzen und sich zu weigern, der Begierde und ihren finsteren Kon