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1. Mai 1958
Ich mache zur Zeit alle Erfahrungen, eine nach der anderen, die man im Körper machen kann. Gestern und heute morgen ... heute morgen war es besonders interessant:
Ich sah hier (Herz-Zentrum) den Meister des Yoga; er war nicht verschieden von mir, dennoch sah ich ihn, er war sogar ein wenig farbig. Er tut alles, er entscheidet alles, er organisiert alles, mit einer fast mathematischen Genauigkeit und in den kleinsten Einzelheiten - alles.
Den göttlichen Willen ausführen - seit langem mache ich die Sadhana, und ich kann sagen, daß nicht ein Tag verging, an dem ich nicht den göttlichen Willen ausführte. Aber ich wuß
7. Oktober 1956
Ich rief zum Licht,
Und Du gabst mir das Wissen.
Z fragte mich: "Warum haben Sie den Streik
nicht verhindert?"[[ Es handelt sich um einen
Streik der Arbeiter des Aschrams, eine der zahllosen inneren und äußeren
Schwierigkeiten, die Mutter überfielen. ]] Ich
antwortete: "Wahrscheinlich, weil ich nicht allmächtig bin!" Er beharrte:
"Das ist es nicht. Ich mache keinen Unterschied zwischen Ihrem Willen und
dem göttlichen Willen ... und ich weiß, daß Sie das ebensowenig machen.
Warum also haben Sie das nicht verhinder
Ohne Datum 1957 f
(Notiz von Mutter an Satprem)
In seinem Inneren
findet man
die Prétentaine.
[[ Prétentaine: Name des Segelboots, auf dem Satprem allein um die Welt segeln wollte. ]]
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ISBN 3-920083-01-3
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11. Juni 1959
(Brief
von Satprem an Mutter)
Rameswaram,
11. Juni 1959
Liebe
Mutter,
Seit gestern
abend bin ich ein befreiter Mensch. Ein kleines Wort von X genügte, und
plötzlich fiel etwas wie ein Gewicht von mir, endlich wußte
ich, daß ich Erfüllung finden würde. All das ist noch so neu, so
unwahrscheinlich, daß ich noch nicht ganz daran glauben kann und mich
frage, ob hinter diesem versprochenen Glück nicht doch noch irgendein
übler Streich auf mich wartet; so werde ich erst beruhigt sein, wenn ich
Dir alles gesagt und erzählt habe. Aber X bittet mich, noch
11. August 1959
(Brief von Mutter an Satprem, unterwegs)
11.8.59
Satprem, mein liebes Kind,
Jetzt kann ich Dir sagen, daß ich Dich keine einzige Stunde verließ; ich war ständig bei Dir, mit der Hoffnung, Deine inneren Augen würden sich öffnen und mich sehen, wie ich über Dich wache und Dich mit meiner Kraft und meiner Liebe umgebe. In Deiner eigenen Tiefe wollte ich, daß Du die Gewißheit, die Wahrheit und die Freude findest.
Jetzt schreibe ich Dir, was ich Dir von Anfang an sagen wollte: wenn Du zum Aschram zurückkommst, trage nicht mehr das orange Gewand [[ Das Gewand der Sannyasins ]], komme mit der weißen Klei
9. April 1957
(Brief von Satprem an Mutter)
Pondicherry, 9. April 1957
Mutter,
Ich möchte mich vor Deine Füße werfen und Dir mein Herz öffnen - aber ich
kann es nicht. Ich kann es nicht.
Denn ich sehe, wenn ich mich jetzt hingebe, dann ist es um mich geschehen
und es bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Tage im Aschram zu beenden.
Und alles in mir empört sich gegen diese Idee. Bei dem Gedanken, als
General-Sekretär des Aschrams zu enden, wie Pavitra, bekomme ich einfach eine
Gänsehaut. Es ist unsinnig und ich entschuldige mich für diese Sprache,
Mutter, denn ic
Ohne Datum 1956 f
(Brief
von Satprem an Mutter)
Pondicherry,
1956
Liebe Mutter, es scheint mir gut zu sein, Dir zu berichten, was gestern
abend während der Austeilung in mir geschehen ist, wenn auch nur, um Dir
meinen unendlichen Dank zu sagen.
Zu allererst begann ich mit vollkommener Klarheit zu fühlen und
wahrzunehmen, daß Du es warst, und Du allein, die meinen Yoga ausführte,
daß Du alles für mich tatest und daß Du seit jeher da warst, um jeden
meiner Schritte zu lenken. Leuchtend spürte ich, daß ich ohne Dich
niemals einen Schritt vorwärts hätte gehen können und da
26. April 1960
(Brief
von Satprem an Mutter)
Rameswaram,
26. April 1960
Liebe
Mutter,
An manchen
Tagen ist alles so einfach, dann sehe, fühle ich, daß es genügt, sich
nur tragen zu lassen - und alles ist leicht. Das "ich" muß wirklich ein
Ende nehmen.
Es wird eine
Freude sein, Dich wiederzusehen und die Arbeit wieder aufzunehmen. Hier
halte ich so viele Stunden wie möglich frei, um den Cycle Humain
zu korrigieren ... Es gelingt mir vollkommen, X in seinem inneren Leben
zu folgen, ohne Einschränkungen, doch ich muß mich sehr anstrengen, um
ihm in sei
19. September 1958
Eines hat die moderne Welt gänzlich verloren: das Gefühl des Heiligen.
Seit meiner Kindheit verbringe ich die Zeit damit, mich in Schleier zu
hüllen: Schleier über Schleier über Schleier, damit man mich nicht sieht.
Denn mich zu sehen, ohne die nötige Einstellung zu haben, ist die große
Sünde. Nun, "Sünde" im Sinne von Sri Aurobindos Auffassung: Dinge, die nicht
mehr an ihrem rechten Platz sind.
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Ohne Datum 1956 b
(Brief von Satprem an Mutter)
Pondicherry, 1956
Liebe Mutter, mit aller Aufrichtigkeit, derer ich fähig bin, möchte ich ein (für mich) wichtiges Problem vor Dir darlegen, damit Du mir hilfst, es zu lösen. Ich fühle, daß ich einen entscheidenden Wendepunkt erreiche und etwas mich hindert, weiterzugehen.
Meine ganze Vergangenheit bedrückt mich, nicht weil ich daran hänge, denn ich bedaure NICHTS in der Vergangenheit und meine einzige Hoffnung liegt vor mir, aber ich habe diese Vergangenheit nicht gänzlich wie eine Marionette durchlaufen, es scheint mir, daß "ich" sie geschaffen habe, aufgebaut wie