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5. November 1960
... Mit
diesen Dingen aus der Vergangenheit ist es seltsam: wenn sie jetzt
kommen und ich sie erzählt habe, dann verlöschen sie. Als kämen sie noch
einmal, um sich zu verabschieden, bevor sie verschwinden.
All diese
"Erinnerungen" (aber es sind wirklich Bilder) zeigen sich noch einmal
mit ihrem Gehalt an Wissen, an Wahrheit und an HILFE, die sie bedeuten;
sie kommen und sagen: "siehst du, dies ist der Ursprung von jenem" -
eine ganze Kurve. Und sobald ich gesehen habe, verschwindet es.
Eines Tages
wollte ich den Versuch machen und bemühte mich, die Erinnerung
3. September 1955
(Brief von Satprem an Mutter)
Pondicherry, 3. September 1955
Mutter, seit Wochen scheint es mir, daß ich mich an allen Ecken in mir
selbst wie in einem Gefängnis stoße, und es gelingt mir nicht, da
hinauszubrechen. Mutter, ich brauche Deine Nähe und Dein Licht, um aus
dieser ummauerten Nacht herauszukommen, in der ich ersticke.
Wo auch immer ich mich konzentriere, im Herzen, über dem Kopf, zwischen
den Augen - überall stoße ich mich an einer Mauer, die nicht weichen will;
ich weiß nicht mehr, zu welcher Seite ich mich wenden soll, was ich tun,
sagen, be
M u t t e r s . A g e n d a - Bd 1 - Ohne Datum Januar (?) 1956
Januar (?) 1956 b
(Brief von Satprem an Mutter)
Pondicherry, 1956
Mutter, ich muß mich entlasten von dem, was mir das Herz zuschnürt, und wenn das
Göttliche irgendwo existiert, möchte ich ihm meinen tiefen Widerwillen
aussprechen. Denn das alles ist zutiefst skandalös, widersinnig und empörend.
Ich weiß, daß die äußere Welt absurd ist und daß die Menschen dort vergebens
leben; aber die Welt des Ashrams ist nicht weniger absurd, nicht weniger vergebens. "Man" macht sich lustig über uns, "man" mißbraucht uns - denn wenn es wirklich jemanden gibt, der der Zeuge dieser Tragikomödie ist, und wenn die ganze We
15. August 1954
(Botschaft zu Sri Aurobindos Geburtstag)
DIE STUNDE GOTTES
Es gibt Augenblicke, wo der Geist unter den Menschen wandelt und der Atem
des Herrn über die Meere unseres Wesens reist; in anderen Zeiten zieht er
sich zurück, und die Menschen werden in der Stärke oder Schwäche ihres
Egoismus ihren Taten überlassen. Erstere sind Epochen, in denen selbst eine
geringe Anstrengung große Wirkungen hervorbringt und die Bestimmung
verändert; die zweiten sind Zeiträume, wo viel Arbeit nur wenig Wirkung
erreicht. Es ist wahr, daß letztere die erst
13. April 1960
(Brief
von Satprem an Mutter)
Hyderabad,
13. April 1960
Liebe
Mutter,
Mein Freund
hier gab mir ein Buch "Tempelritter und Alchimist", über die Gruppe, der
er sich in Frankreich anschließen will - auch sie behaupten, die
Verwandlung der Materie zu suchen, und verkünden das Ende des "Homo
sapiens" und die Schöpfung des Übermenschen.
Es eilt mir, in Deiner Nähe zu sein und an dem Buch über Sri Aurobindo zu arbeiten -
ich möchte meine ganze Seele dahinein geben und, mit Deinem Segen, etwas
Leuchtendes daraus machen.
Liebe Mutter,
4. April 1956
(Botschaft zum sechsundvierzigsten Jahrestag
von Sri Aurobindos Ankunft in Pondicherry)
Das Supramental ist eine Wahrheit, und seine Ankunft liegt
in der
eigentlichen Natur der Unabwendbarkeiten.
Sri Aurobindo
@
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Ohne Datum 1960
(Handschriftliche
Notiz von Mutter an Satprem)
In dem
Augenblick,
wo
du es am
wenigsten erwartest.
@
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26. Juli 1960
Ich wachte um
drei Uhr auf ("wachte auf", kam jedenfalls aus meiner Tätigkeit). Mir
blieb noch eine Stunde vor dem Aufstehen. Also konzentrierte ich mich
und ging nach innen.
Um zehn nach
vier kam ich aus meiner Konzentration - sehr spät. Denn ich war SEHR
beschäftigt (!), ich war in einer Art kleinem Haus, wie mein Zimmer,
aber oben auf einem Turm, denn ich sah die Landschaft von oben. Es war
wie mein Zimmer, mit großen Fenstern; ich war viel größer als ich
eigentlich bin, denn unter jeder Fensterbank war ein Schrank, wie in
meinem Zimmer, und ich überragte die Fensterb
Ohne Datum 1956 c
(Brief von Satprem an Mutter)
Pondicherry, 1956
Liebe Mutter, fast jeden Abend geschieht in mir folgendes: ich bin wörtlich wie ein Paket von gebündelter Kraft, dem es nicht gelingt zu zerspringen oder sich zu fixieren und aufzulösen. Das Gewicht lastet so schwer auf meiner Brust, daß ich nur mit Schwierigkeit atme, als ob alles Blut sich dort konzentrierte und mich beklemmt. Der Druck im Kopf wird manchmal so intensiv, daß ich nicht einmal wage, die Augen zu schließen und mich noch mehr zu konzentrieren, denn es scheint mir, es könnte zerplatzen. Mein ganzes Wesen ist dermaßen angespannt und voll von
25. Februar 1958
(Über das Leiden)
Diese oberflächlichen Dinge sind nicht dramatisch. Sie erscheinen mir immer mehr wie Seifenblasen, vor allem seit dem 3. Februar.
Manche Leute kommen in Verzweiflung zu mir, in Tränen, in, wie sie es nennen, furchtbaren moralischen Leiden; wenn ich sie so sehe, dann verstelle ich ein wenig den Zeiger in meinem Bewußtsein, das euch enthält, und wenn sie weggehen, fühlen sie sich völlig getröstet. Es ist genau wie die Nadel in einem Kompaß: man verstellt den Zeiger im Bewußtsein ein wenig, und es ist vorbei. Natürlich kommt es aus Gewohnheit später wieder. Aber das sind nur Seifenblasen