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29. Oktober 1966
Was möchtest du mir zu deinem Geburtstag sagen?
Ich würde gern mehr für dich tun, und besser.
Besser ist schwierig. Mehr - dazu bräuchten wir beide mehr Zeit. Wir könnten viel tun, das weiß ich, aber es bräuchte Zeit.
Ich würde dir gern mehr dienen.
Es gibt viele, viele Dinge... Erst letzte Nacht waren wir lange Zeit zusammen. Aber wir sind zusammen, um zusammen zu arbeiten. Verstehst du, es ist nicht so,
dass du dich um mich kümmertest oder ich mich um dich. Nein, wir treffen uns, weil wir zusammen arbeiten. Und dies sind große Bewusstseinsbewegungen.
Im Grunde mag ich die mentale
20. Dezember 1966
(Brief von Satprem an Mutter)
Liebe Mutter,
Ich möchte Dich um einen Gefallen bitten. Du weißt, Du siehst. Ich möchte Dich bitten, mir über dieses Buch die Wahrheit zu sagen: Gehört es zu den Dingen, die unbedingt sein müssen, oder ist es nur das angestrengte Bemühen eines kleinen Schriftsteller-Egos? Heute morgen sah ich das erste Kapitel noch einmal durch, und es ist unlesbar - es
müsste völlig umgeschrieben werden. Ich frage mich, ob dies nicht auch für die anderen Kapitel gilt. Bitte sei so gnädig und sage mir, was sein soll: Soll ich meine Bemühungen fortsetzen, mein Bestes tun
11. Februar 1966
(Mutter fährt mit ihrer Übersetzung von Savitri fort: die Vision der Ebene, auf der alle Formationen des menschlichen Mentals liegen.)
Es gab dort alle Dinge, die die Vergangenheit geschaffen und
vernichtet hatte...
(All things the past has made and slain were there...)
[[
Als seien sie verlorene Reste von
vergessenem Licht,
flohen sie mit hängenden Flügeln vor
Savitris Mental dahin,
getrübte Offenbarungen und Worte, die
befreien sollten,
entleert ihrer Send
4. Juni 1966
Geht es dir gut? - Es
müsste dir eigentlich besser gehen.
Warum?
Weil ich glaube - ich "glaube", das ist so eine Redensart. Das letzte Mal habe ich dir von dieser ungeheuren Kraft erzählt; ich glaube, sie hat trotz allem eine Wirkung.
Sie hat etwas in der Atmosphäre verändert; es ist nicht mehr so drückend, findest du nicht auch? Ich habe dir von diesem "Standortwechsel" erzählt, und es ist wirklich, als sei etwas umgestülpt worden. Das
müsste sich doch eigentlich auf alle auswirken, oder?
Und ich schreibe weiterhin endlose Seiten deines Buches - ja! Das ist etwas ganz Neues. (Nach dem
8. Juni 1966
(Im Anschluss an die Lektüre eines lange zurückliegenden Entretiens vom 19. April 1951, in dem Mutter gesagt hatte: "Man unternimmt eine innere Jagd. Man geht auf die Jagd nach kleinen finsteren Winkeln... Man gibt die Schwierigkeit in sich selbst oder in den anderen, wo auch immer sie sich manifestiert, dem göttlichen
Bewusstsein hin und bittet es, sie zu transformieren.")
Genau das tue ich seit zwei Tagen. Seit zwei Tagen verbringe ich meine gesamte Zeit damit, diese ganze... ach, diesen Berg an schäbigen kleinen Dingen zu sehen, die man dauernd erlebt, winzige schäbige Dinge. Dafür gibt es nur ein Mittel,
18. Mai 1966
(Nach der Lektüre der ersten Bruchstücke des
Sannyasins)
Ich mag deine Art zu schreiben.
Sie wirkt beruhigend.
Aber wenn man einen Roman schreibt,
muss man einen Aufbau haben, das heißt, alle möglichen unnützen Dinge müssen eingebracht werden, um bestimmte Punkte zu erreichen, und das ist mühsam. All dieser unnütze Kram, den man darstellen
muss, nur um ihn anschließend wieder aufzulösen.
Mich entspannt es sehr, den Bereich der schönen Form, der harmonischen Form zu betreten; ich finde das sehr entspannend.
Dieses materielle Mental - das im Begriff ist, sich zu
M u t t e r s . A g e n d a - Bd 7 - 30. März 1966
30. März 1966
(Das folgende Gespräch ergab sich beim Anhören der Übersetzung des Gesprächs vom 4. März ins Englische. Darin hatte Mutter besonders hervorgehoben: "Es ist nur eine Frage der Wahl: Man wählt, ob es so oder so sein soll...")
Ich hatte dieselbe Erfahrung im Zellbewusstsein. Sie dauerte eine Stunde lang und war wirklich beinahe wie ein Wunder.
Dasselbe
Bewusstsein wie jenes, das ich im "materiellen Mental" hatte, wie man es nennen kann (das heißt, das kollektive
Bewusstsein der Zellen), aber heute morgen war es in den Zellen selbst, dieses
Bewusstsein (dieses ewige Bewusstsein, von dem Mutter am 4. März sprach) -
9. Juli 1966
V stellte mir eine Frage im Hinblick auf die Amerikaner und Vietnam; ich antwortete ihm folgendes (Mutter sieht sehr vergnügt aus und reicht Satprem den Text ihrer Antwort):
(Frage)
Sind die Anwesenheit und die Intervention der Amerikaner in Vietnam gerechtfertigt?
(Mutters Antwort)
Von welchem Standpunkt aus stellst du diese Frage?
Wenn es aus politischer Sicht geschieht - Politik ist eine grobe Falschheit, und ich befasse mich nicht damit.
Wenn es aus moralischer Sicht g
15. August 1966
(Botschaft zu Sri Aurobindos Geburtstag:)
"
Die Aufgabe der größten spirituellen Sucher Indiens besteht heute weder in einem ausschließlichen Verharren im blinden Trott des materiellen Daseins noch in einer Flucht in ein namenloses Schweigen, um den Schwierigkeiten des Lebens in der Welt zu entkommen, es geht vielmehr darum, den Frieden und das Licht und die Macht einer größeren göttlichen Wahrheit und eines göttlichen
Bewusstseins herabzubringen, um das Leben zu transformieren. Hier, inmitten eines solchen über viele Jahre hinweg mit ungeteilter Zielstrebigkeit verfolgten B
15. November 1966
...Ich bin inexistent.
Müde?
Nein, absolut weg (Geste nach oben). Ich bin mir darüber im klaren,
dass es völlig nutzlos ist, irgend etwas zu wollen oder festzulegen: du siehst, wie spät es ist, 10 Uhr 45. Ich habe aufgegeben - ich bin nur noch ein Roboter, der Papiere unterschreibt, das ist alles; ob ich will oder nicht... das "Ich" hat vor langer Zeit aufgehört zu wollen -, aber auch nur eine physische Notwendigkeit zum Ausdruck zu bringen... nutzlos.
Ich bin wirklich weg.
Geh nicht!
Ach, das macht nichts. Das hier (Mutter deutet auf ihren Körper) ist ja