7269
results found in
28 ms
Page 268
of 727
31. Dezember 1966
(Mutter schenkt Satprem eine rote Rose:)
Die rote Rose ist der Orden der "Ritter der Wahrheit". Weißt du das nicht?... Ich führte dies ein, als Colonel Répiton hierherkam, der Mann, der während des Krieges den Marsch durch Afrika unternahm. Jeden Morgen gab ich ihm eine rote Rose, und wenn ich seither Männern eine rote Rose gebe, so tue ich dies, damit sie zu Rittern der Wahrheit werden.
Aber ich spreche das nicht aus.
***
(Wenig später schlägt Satprem vor, er könne doch bestimmte Texte übersetzen, damit Mutter mehr Zeit hätte. Mutter lehnt lächelnd ab un
29. Juni 1966
Heute morgen erhielt ich den Brief eines kleinen Mädchens, das mich fragt: "Was ist
Bewusstsein? Ich habe meine Lehrer gefragt; sie haben geantwortet, das sei sehr schwer zu erklären!" (Mutter lacht) Nun fragt sie mich. Und seit sie mich das gefragt hat, schaue ich. Wie kann man es ausdrücken?
Weißt du vielleicht, wie man das erklären kann? Denn man gebraucht Worte, die gar nichts aussagen.
Spontan würde ich sagen: Es ist das Feuer oder der Atem, der die ganze Welt trägt. Es ist das Feuer, das alles lebendig macht: das die Lunge arbeiten, das Meer anschwellen
lässt...
Nich
24. Dezember 1966
(Die Schüler der Aschramschule betreffend:)
Von allen Seiten wird mir die Frage gestellt: Was ist Wahrheit? Was meinst du genau, wenn du von Wahrheit sprichst?
Sie wollen eine mentale Definition der Wahrheit...
Die Wahrheit kann nicht in mentale Begriffe
gefasst werden. Das ist es. Und alle gestellten Fragen sind mentale Fragen.
Die Wahrheit
lässt sich nicht formulieren oder definieren, sie kann nur gelebt werden.
Und wer der Wahrheit voll und ganz hingegeben ist, wer die Wahrheit leben will, der Wahrheit dienen will, wird IN JEDER MINUTE wissen, was zu tun ist. Eine Art Intuition
23. April 1966
(Mutter reicht Satprem eine Broschüre über Auroville)
Die Fotos sind sehr schön. Besonders eines, das wie ein Spiralnebel aussieht.
Bestehen in praktischer Hinsicht Fortschritte?
Es scheint sehr gut zu laufen. Eine sehr große kollektive Resonanz, und zwar von beiden befeindeten Seiten: die ganze kommunistische Seite ist in Bewegung, und die ganze finanzielle amerikanische Seite ebenso. Alles brodelt.
Es wird ganz sicher klappen, ich WEISS,
dass es existiert - die Stadt ist schon da (seit vielen, vielen Jahren). Dabei ist interessant,
dass ich die Schöpfung mit Sri Aurobindo im Zentrum gemach
8. Oktober 1966
(Die Rede ist von Satprems Geburtstag. Trotz seines persönlichen Charakters veröffentlichen wir hier den Text dieses Gesprächs, denn der "rhythmische" Sinn von Geburtstagen ist von allgemeinem Interesse, und es gibt, wie Mutter sagt, immer eine Kurve der Vergangenheit, die sich nicht leicht mit der Kurve der Zukunft verbinden
lässt.)
Bald ist dein Geburtstag.
Ich sehe,
dass das, was wir Geburtstag nennen, eine Gelegenheit ist, Bilanz zu ziehen. Aus diesem Grunde konsultiert man ja auch die Astrologen an bestimmten Daten.
Das Individuum hat eine gewisse Beziehung oder ein Beziehungsgeflecht mit dem Uni
19. November 1966
(Mutter schenkt Sujata eine kleine rosafarbene Rose:)
Ich habe eine schöne Rose für dich. Weißt du, was sie bedeutet?
Nein, Mutter.
Das habe ich mir gedacht.
Was ist es?
Es ist die wahre Zärtlichkeit: die Zärtlichkeit des Göttlichen. Die Leute kennen das nicht, sie denken immer an etwas sehr Menschliches. Aber es ist nicht menschlich... (Mutter schließt die Augen und verharrt in Konzentration)... Es ist äußerst licht, rosafarben, ein wenig golden... immer lächelnd... Eine ganz besondere Empfindung. (Nach langem Schweigen) Alles ist wie eine schöne rosafa
11. Juni 1966
(Das Gespräch dreht sich zunächst um das Buch, an dem Satprem schreibt und das Mutter nachts "diktiert", welcher Text von Satprem aber schlecht empfangen wird.)
Du, ich schreibe weiterhin! Es ist unglaublich! Das ist mir noch nie passiert.
Phantastische Dinge...
Geht es voran bei dir?
Nicht sonderlich, und schon gar nicht schnell.
Schreibst du chronologisch oder fängst du mit dem
Schluss an?
Nein, nein, ich schreibe immer chronologisch... Es geht aber nicht gut, und es kommt überhaupt nicht mühelos. Ich frage mich, wo die Blockade liegt.
Dies geschieht aus fo
14. Dezember 1966
Am Freitag, dem 16, empfange ich fünfundachtzig Besucher!... Ein Wunder,
dass ich noch nicht vollkommen abgestumpft bin.
Ja, du führst ein unmögliches Leben.
Ach, Tag und Nacht.
Ich könnte nicht eine einzige Minute deines Lebens aushalten.
(Mutter lacht) Von acht Uhr morgens an ist dieser Ort schrecklich. Und immer noch sind sie nicht zufrieden! Sie wollen mehr.
Selbst menschlich gesehen ist das nicht möglich.
Ja, ich versichere dir, rein menschlich ist es unmöglich. Ich weiß, was es ist, die ganze Zeit
muss ich mich im Höchsten auflösen
28. Dezember 1966
(Über eine kranke Schülerin:)
Sie fährt für drei Monate nach Hongkong.
Drei Monate!
"Befehl vom Arzt".
Aber Hongkong wird sie doch nicht wieder auf die Beine bringen!
Der Arzt hat noch Schlimmeres gesagt: "Wenn sie nach Pondicherry zurückkehrt, ehe sie nicht mindestens zwei Monate in einem kühlen Klima verbracht hat (und Hongkong ist nicht kühl!), wird sie unheilbar krank und ihre Leber wird nie wieder ausheilen." Angesichts einer solchen Suggestion habe ich gesagt: "Ich übernehme keine Verantwortung. Geh und heile deine Suggestion in Hongkong!"
Sie sind schreckl
6. April 1966
(Nachdem sich Mutter die Briefe und Berichte der "Sekretäre" angehört hat:
)
Wenn wir ein wenig ruhig blieben... (in Meditation), so würde mir das gut tun.
Diese Leute... man kann nicht direkt sagen,
dass sie mich ermüden, doch die Zellen spüren eine Art Druck einer Verwirrung, die sie schmerzt. So als stecke man in einem Schraubstock aus Konfusion, und das tut weh. Und jeden Tag ist es dasselbe. Ich sage es ihnen - sie glauben mir nicht. Sie glauben, ich wolle sie erpressen! Dann habe ich jeweils einen kurzen sehr schwierigen Moment. Danach geht es wieder.
(Meditation)
***