7269
results found in
47 ms
Page 236
of 727
M u t t e r s . A g e n d a - Bd 5 - 18. März 1964
18. März 1964
(Mutter liest eine Notiz vor, die sie anläßlich eines Streits in der aschrameigenen Papierfabrik schrieb:)
Der Arbeitgeber an den Arbeitnehmer
"Nichts Dauerhaftes kann ohne eine Vertrauensbasis errichtet werden. Und dieses Vertrauen muß gegenseitig sein.
Ihr müßt davon überzeugt sein, daß ich nicht nur mein Bestes will, sondern auch das Eurige. Ich meinerseits muß wissen und spüren, daß Ihr hier nicht nur für den Profit arbeitet, sondern auch, um zu dienen.
Das Wohl des Ganzen hängt vom Wohl eines jeden Teils ab, wie a
M u t t e r s . A g e n d a - Bd 5 - 4. März 1964
4. März 1964
Nun, wie geht's?
Und dir?
Erfahrungen ...
Ich habe nichts zu sagen. Es ist zugleich zuviel und zuwenig - zuviele Dinge, zuviele Einzelheiten, zahllose kleine Beobachtungen, zahllose kleine Veränderungen, aber nichts Sensationelles, nichts, was ein "schönes Bild" ergäbe, nein.
Aber zuerst hatte ich dich gebeten, mir zu berichten, falls du etwas gesehen hast.
Ich habe etwas gesehen, aber ich glaube, daß es nicht sehr interessant ist und auch nicht von allgemeiner Bedeutung.
Es war, als ob ich mich in einem riesigen, mächtigen Flugze
22. Juli 1964
Vor einiger Zeit hatte ich eine Erfahrung (der Zusammenhang ist jetzt nicht von Bedeutung). Ich hatte mir Notizen gemacht, ich weiß nicht mehr, wo sie sind (sie waren auf englisch, als Antwort auf einen Brief).
Ich sah, fast gleichzeitig, die Liebe, so wie sie von den Menschen "praktiziert" wird (wenn wir dies so bezeichnen wollen), so wie sie sie fühlen, und die göttliche Liebe an ihrem Ursprung. Die beiden wurden mir sozusagen nebeneinander präsentiert, und nicht nur waren sie Seite an Seite, sondern ich sah auch den Unterschied (es war fast gleichzeitig) zwischen den beiden Handlungsweisen: wie das mens
M u t t e r s . A g e n d a - Bd 5 - 25. März 1964
25. März 1964
101 -
102 -
In der Sicht Gottes existiert weder nah noch fern, weder Gegenwart noch Vergangenheit oder Zukunft. Diese Dinge sind nur eine praktische Perspektive für sein Weltengemälde.
Für die Sinne ist es immer wahr, daß sich die Sonne um die Erde dreht; für den Verstand aber ist es falsch. Für den Verstand ist es immer wahr, daß sich die Erde um die Sonne bewegt; für die höchste Schau aber ist es falsch. Weder Erde noch Sonne bewegen sich; es gibt lediglich einen Wechsel in der Beziehung vom Sonnenbewußtsein zum E
18. Januar 1964
... Heute morgen sah ich S.G., derjenige, der nach Amerika ging, der Kennedy kannte und sogar mit Kennedy über die Möglichkeit sprach, sich offen mit Rußland zu verbünden, um auf die Welt Druck auszuüben, damit weitere bewaffnete Auseinandersetzungen verhindert würden (er hatte gesagt: "Um alle Grenzstreitigkeiten, alle Gebietsstreitigkeiten auf friedliche Art zu regeln", natürlich beginnend mit China und Indien). Kennedy war begeistert. In der Folge war der russische Botschafter vorgeladen worden, und er hatte mit Chruschtschow telefoniert: begeistert von der Idee (dieser Chruschtschow scheint ein rec
25. April 1964
(von Mutter an Satprem)
25.4.64
Satprem, mein liebes Kind,
Gerade kam Dein zweiter Brief. Ich habe auf den ersten nicht geantwortet wegen meines Auges, das nach vollständiger Ruhe verlangte. Jetzt ist es gut. Aber ich habe sofort Sujata gebeten, Dir zu schreiben, daß mein Foto lieber nicht im Buch erscheinen solle und daß betreffs des Fotos von Sri Aurobindo mir das erste das beste schiene. [[Sri Aurobindo stehend, in die Zukunft schauend (nach dem Porträt eines holländischen Malers). ]] Jetzt, wo der Vertrag unterschrieben ist, gibt es wohl nichts mehr hinzuzufügen.
Gestern, am 24., fand ei
18. September 1964
Ich stehe an der Schwelle zu einer neuen Wahrnehmung des Lebens.
Die übliche Reaktion der Menschen gegenüber den Aktivitäten der andern, gegenüber allem, was sie umgibt, ihre allgemeinübliche Weise, die Dinge zu sehen, all dies kommt einer gewissen Haltung des Bewußtseins gleich: die Dinge werden von einer bestimmten Ebene aus betrachtet. Als ich neulich diese Aphorismen kommentierte, bemerkte ich auf einmal, daß das Niveau und der Blickwinkel sich verändert hatten, und zwar so sehr, daß die andere Haltung, die übliche Sichtweise, unverständlich erschien - man fragt sich, wie man sie e
31. Juli 1964
(Satprem sortiert alle möglichen kleinen zerstreuten Papiere - Mutters "Notizen" - und stößt dabei auf folgende Aussage, die er laut vorliest:)
"Sie
sind nur dann gewillt, einen Gott zu verehren,
wenn dieser Gott für sie leidet."
Das schrieb ich im Zusammenhang mit der Wahl des neuen Papstes über Christus an seinem Kreuz (Mutter schweigt).
Die Katholiken sind sehr rührig in Frankreich.
Ja ...
Allerdings geschah hier etwas Neues. Vor drei Tagen besuchte ein Abgesandter des Papstes Pondicherry, na
M u t t e r s . A g e n d a - Bd 5 - 21. März 1964
21. März 1964
(Zu einem Brief des "Doktors", der für eine Gehirnoperation in die Vereinigten Staaten gereist war: "Die Operation war eine vierstündige Folter. Sie machen das unter Lokalanästhesie, aber es wirkt nicht. Sie schnitten, scheuerten und bohrten an meinem Schädel herum ohne die geringste Betäubung... Die Pflege der Krankenschwestern ist nicht so gut - meine sind viel besser. Sie haben kein Gefühl und arbeiten nicht ehrlich... Auch die Chirurgen sind nachlässig..." Es sei angemerkt, daß der Doktor selber ein bekannter Chirurg in Kalkutta
war.)
... Und sie wollen hierher kommen und den armen, unwissenden Inder
14. April 1964
(Da, wie schon gesagt, all Satprems Briefe an Mutter verschwunden, d.h. in Pondicherry hinter Schloß und Riegel sind, erschien es ihm angebracht, zusammen mit den Briefen von Mutter einige Auszüge seiner Briefe an Sujata zu veröffentlichen, um Licht auf diese Reise zu werfen.)
(von Satprem an Sujata)
Paris
Seit drei Tagen weiß ich nicht mehr, wo mir der Kopf steht; ich komme mir fast wie ein Schlafwandler vor, der nach links und rechts, nach allen Seiten geschubst wird und der in finsterer Nacht läuft und läuft, ohne recht zu wissen wohin - alles, was ich weiß, ist die Kraf