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18. Juli 1964
(Mutter übersetzt einen Brief von Sri Aurobindo)
Die einzige Sicherheit für den Menschen liegt darin, von innen nach außen leben zu lernen und für seine Vervollkommnung nicht von Institutionen und einer Maschinerie abzuhängen, sondern mit wachsender innerer Vervollkommnung eine vollkommene Lebensform zu schaffen. Durch diese Verinnerlichung werden wir am ehesten in der Lage sein, die Wahrheiten der hohen Dinge zu erkennen, die bis jetzt nur Lippenbekenntnis waren und die wir zu veräußerlichten intellektuellen Konstruktionen gestalteten, wie auch ihre Wahrheit aufrichtig auf unser äußeres Lebe
25. November 1964
(Das folgende Gespräch hat die gemeinsame Meditation des vorhergehenden Tags - der Tag des Darschans - zum Thema.)
Was gibt's Neues? Nichts Neues - und etwas Altes? (Lachen)
(Schweigen)
Ich weiß nicht, was mir gestern, bei der Meditation, geschah, aber als man die Glocke zum Abschluß läutete, hatte ich absolut den Eindruck, daß die Meditation eben erst begonnen hatte!
Sobald sie begann, kam etwas herab: eine Unbewegtheit, aber eine sehr behagliche Unbewegtheit, außerordentlich behaglich, und dann ... vorbei, nichts mehr, blank - völlig leer. Die ganze Zeit saß ich so am Tisch [[Mutter bl
19. August 1964
(Mutter sieht sehr müde aus.)
Wie geht's?
Das müßte ich eher dich fragen. Man hat mir gesagt, daß es dir nicht gut gegangen sei.
Nein, daran liegt es nicht.
Es herrscht zu viel Verwirrung, zu viel Unordnung. Sehr geschäftige Nächte, zu geschäftig. Und hier zu viel Verwirrung.
Vielleicht ist es ein Erschöpfungszustand.
Es ist eher (für mich, für mein Bewußtsein) eine Lawine von Verwirrung, die mich überrollt, und nicht genug Zeit, um ... (wie soll ich sagen?) das alles umzuwandeln, so wie es sich gehörte. Somit wird es ein wenig viel.
Und dann, was man so alles liest .
13. Juli 1964
(Satprem ist von
einer dreimonatigen Reise nach Frankreich zurückgekehrt.
Unglücklicherweise ist nur ein Teil dieser Unterhaltung erhalten.)
Hast du meine
letzte Notiz auf der goldenen Karte erhalten?
Ja, aber weißt du, ich hatte eine amüsante Erfahrung ... Als
ich von meiner Reise nach Savoyen in die Bretagne zurückkehrte,
fuhr ich im Auto zusammen mit meinem Bruder, und als wir uns der
Halbinsel Quibéron näherten, erblickte ich am Himmel zwei
außerordentliche riesige Flügel, zwei Wolken, die wie zwei
riesige Flügel waren. Ich sagte zu meinem Bruder: "Schau
26. Februar 1964
(Mutter hat eine beginnende Hämorrhagie im linken Auge.
)
Hast du Augenweh?
Augenweh?
Nein??
Ich weiß nicht
... Ist etwas?
Ja.
Ah! Das hab' ich
nicht gesehen ... Heute morgen tat es mir weh, und dann ... Schau mal einer an,
niemand hat mir etwas gesagt.
Das hat noch
gefehlt! Ich werde überhaupt nichts mehr tun können. Es tat mir weh, aber ich
habe nicht darauf geachtet.
Ist es denn sehr
rot?
Weniger als andere Male ... Aber hier, wenn du nach unten
schaust, ist es sehr rot. W
10. Oktober 1964
(Seit einigen
Monaten hatte Mutter oft bemerkt, daß sie nichts mehr sehe und daß
sie ihre Antworten oft schreibe, ohne zu sehen; einmal sagte sie
sogar: "Ich bin blind.")
... Das ist eine weitere merkwürdige Sache. Auf einmal, ohne irgendeinen äußeren Anlaß und sogar ohne ersichtlichen psychologischen Grund, sehe ich klar und deutlich - das dauert einige Sekunden und dann ... vorbei. Dies passiert mir unter völlig verschiedenen Umständen, z.B. hebe ich ein Papier auf, und ich sehe klar, so wie ich früher sah; ich bemerke, daß ich klar sehe - weg!
In letzter Zeit geschah d
15. Januar 1964
(Nach einem langen Schweigen)
Es besteht ein merkwürdiger Übergangszustand im materiellsten Bewußtsein, dem Bewußtsein des Körpers. Ein Übergang von einem Zustand der Unterjochung, der Machtlosigkeit, in dem man die ganze Zeit Kräften, Schwingungen, unerwarteten Bewegungen und allen möglichen Impulsen ausgeliefert ist - zu dem der Macht: die Macht, die sich durchsetzt und verwirklicht. Es ist der Übergang zwischen den beiden; und ein Schwall von Erfahrungen aller Bereiche, angefangen vom mentalsten Teil des Bewußtseins bis zu seinem dunkelsten, materiellsten Teil.
Wenn ich etwas sagen will, stürm
12. September 1964
(Satprem liest Mutter ein altes Entretien vom 24. Februar 1951 vor, wo von der Erinnerung an vergangene Leben und von der überbordenden Phantasie gewisser Personen die Rede ist.)
Ich habe sie nicht genannt, aber es handelte sich um A. Besant. Sie erzählte all ihre Leben mit sämtlichen Details - seit dem Affen!
Ich habe ihre Bücher übrigens nicht gelesen.
Oh, ich versuchte es mehrmals, aber es sind wirklich romanartige Geschichten, die einem auf die Nerven gehen.
Ja, dies nenne ich einen "spirituellen Roman". Schlimmer noch: ein spiritueller Kolportageroman!
29. Januar 1964
(Mutter liest einige Auszüge aus Sri Aurobindos Briefen vor:
)
Ich habe da drei Zitate über Schwierigkeiten ... Das paßt jetzt so wunderbar! Und Sri Aurobindo schrieb das im Jahre ... 1946-47-48 - in den schwarzen Stunden. Und das wiederholt sich jetzt:
Der Sieg der Mutter ist im
wesentlichen der Sieg eines jeden Sadhaks
über sich selbst. Erst dann kann jegliche äußere Form von Arbeit zu
harmonischer Vollendung geraten.
(The Mother's victory is essentially a victory of each sadhak over himself. It can only be then that any external form of work can come to
5. Februar 1964
Es ist etwas Seltsames passiert - sehr, sehr seltsam, das erste Mal, das mir so etwas passiert ist.
G brachte von Paris ein Buch mit, ein Fotoalbum. Auf der einen Seite sind Fotos und auf der anderen Faksimiles, wahrscheinlich von der Handschrift bekannter Autoren, von Dichtern, Schriftstellern etc. - ich hab' sie nicht gelesen. Jeweils ein Faksimile und ein Bild. Sie nennen das "Träumerisches Paris"!... (Mutter hebt die Augen gen Himmel)
Die Fotos sollen sehr künstlerisch wirken. Sie sind von einem völlig ungewöhnlichen Blickwinkel aus aufgenommen, und einige sind sehr gut. Alles in allem, ein weni