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M u t t e r s A g e n d a Bd 13 - 12. August 1972
12. August 1972
Hast du nichts zu fragen?
Gibt es Neuigkeiten?
Oh, es ist immer neu.
Was hast du denn für Neuigkeiten?
Nichts, liebe Mutter, ich beklage mich etwas über den Mangel an Bewußtsein in meinen Nächten ... Ich frage mich, was ich nachts anstelle.
(nach einem Schweigen)
Sieht jemand nachts Pavitra?
(Sujata:) Ich sehe ihn fast jede Nacht.
Ach, du siehst ihn!... Ich sehe ihn immer so, wie er hier war - er ist stets beschäftigt, ein bewußtes und aktives Leben. Letzte Nacht sprach er mit Leuten, hielt Treffen ab, er war außerordentlich aktiv.
Er verkehrte mit Leuten, die immer noch einen physischen Körper hab
M u t t e r s A g e n d a Bd 13 - 4. April 1972
4. April 1972
(Gespräch mit S.S., dem dritten Mitglied des rivalisierenden Trios.
Er berichtet Mutter, daß gewisse Aurovillianer
"amerikanische Spione" seien.)
Einige behaupten, diese Leute seien Spione, die von der amerikanischen Regierung dort plaziert wurden, andere (einige Amerikaner) sagen mir, die Amerikaner würden niemals so unfähige Spione nehmen. Ich persönlich sehe also nicht ... Um die Wahrheit zu sagen, schätze ich sie nicht besonders, aber ich habe keine wirklich echten Einwände gegen sie. Das ist alles. All diese Dinge ...
Ich versuchte mein Bestes, sie zum Weggehen zu bewegen, d.h. zu erreichen, daß sie von selbst gehen WO
M u t t e r s A g e n d a Bd 13 - 9. Dezember 1972
9. Dezember 1972
(Mutter liebkost die Blumen, die ihr Sujata gebracht hat)
Meine Erkältung geht weiter ...
(Satprem:) Aber es scheint dir besser zu gehen, liebe Mutter.
Ja. Das ist keine "Erkältung".
Ja, das glaube ich auch ... Ich hatte den Eindruck, daß ein Orkan im Innern stattfand.
(Mutter lacht) Innen WAR ein Orkan.
(Schweigen)
Offensichtlich verbündet sich alles, damit ... (ich kann das auf französisch nicht ausdrücken) die reliance, damit der Stützpunkt nur noch im Göttlichen liegt. Und man sagt mir nicht, was das "Göttliche" ist - einfach fabelhaft! ... Alles andere bricht zusammen, und nur das ... was? Das
M u t t e r s A g e n d a Bd 13 - 29. April 1973
29. April 1973
(Gespräch mit Sujata. Nachdem sie lange im Vorzimmer gewartet hatte, vertieft in die englische Übersetzung des "Sannyasin", tritt Sujata ein. Mutter nimmt ihre Hände.)
Der Kontakt mit dir ist sehr angenehm, mein Kind, das kann ich dir sagen.
Sehr angenehm.
@
M u t t e r s A g e n d a Bd 13 - 9. Mai 1973
9. Mai 1973
(Mutter ist sehr verspätet, sie läßt Satprem vor den andern Schülern rufen. Von Anfang an hält sie seine Hände. Es ist herzzerreißend.)
Es geht nicht gut. Es geht gar nicht gut. Ich sehe dich ...
Es geht nicht gut.
Was geht nicht gut, liebe Mutter?
Ich möchte schreien... Aber ...
(Schweigen)
Ich esse immer weniger, und so fühle ich mich ständig unwohl - eine große Schwäche [[An diesem Tag fühlte Satprem, daß die Bewegung sich beschleunigte und daß der Augenblick kommen würde, wo ein radikal anderes Mittel nötig sein würde - vielleicht muß der höchste Druck des Todes "die allmächtige Macht" hervordringen lassen, die
M u t t e r s A g e n d a Bd 13 - 23. Dezember 1972
23. Dezember 1972
Die Wertigkeit der Zeit ist vollkommen durcheinander geraten - wenn ich glaube, fünf Minuten seien vergangen, ist es eine Stunde, und wenn ich den Eindruck habe, eine Stunde sei verstrichen, waren es nur fünf Minuten. Ganz und gar ... Und ich weiß wirklich nicht, woher das kommt. Es ist eine andere Zeit. Und es entspricht nicht meinem bewußten Willen. Vor dem Essen sage ich mir: "Ich will das in zwanzig Minuten hinter mich bringen" - ich brauche eine Stunde. Ein andermal denke ich nicht an die Zeit: in fünfundzwanzig Minuten bin ich fertig. Ich verstehe das nicht.
In äußerer Hinsicht scheine ich verrückt zu werden!
Was die
M u t t e r s A g e n d a Bd 13 - 27. Dezember 1972
27. Dezember 1972
(Champaklal gibt Satprem den französischen und den englischen Text der Weihnachtsbotschaft, damit Mutter sie in ihrer Handschrift abschreibt.)
Auf französisch sagst du:
Wir wollen der Welt zeigen,
daß der Mensch ein wahrer Diener Gottes sein kann.
Wer will in aller Aufrichtigkeit mitarbeiten?
(Champaklal:) Mutter, soll ich Ihnen Papier geben? Wird Mutter schreiben? Um es zur Druckerei zu schicken?
(Satprem:) Ist das nötig?
Ich kann nicht schreiben ...
(Champaklal ist nicht zufrieden)
... Es ist besser, ich schreibe.
(Mutter verbringt zwanzig Minuten damit, den Text abzuschre
M u t t e r s A g e n d a Bd 13 - 25. November 1972
25. November 1972
(Tags zuvor war Mutter anläßlich des "Darshans" vom 24. November auf ihren Balkon gekommen.)
Wie war es gestern auf dem Balkon?
(Mutter gibt die Frage zurück) Wie fandest du es?
Ich weiß nicht ... Es schien jedenfalls gut.
Wo warst du?
An der Tür von Sujatas Haus: dort unten. Und wie war es für dich?
(langes Schweigen)
(Lächelnd) Das Erlernen der persönlichen Nichtexistenz.
Ich weiß nicht ...
Es ist schwierig.
Ja.
Ein wachsendes Gefühl, daß es ohne das Göttliche keine Existenz gibt.
Verstehst du: Das Göttliche auch nur eine Minute zu vergessen wird zur Katastrophe.
Von Zeit
M u t t e r s A g e n d a Bd 13 - 26. August 1972
26. August 1972
Ein Suppenpäckchen! (lachend) Das ist eine Seltenheit geworden (Lachen).
(Mutter gibt Satprem ein Päckchen Trockensuppe und Blumen)
Wie geht es dir?
Es geht, es geht!
Nicht allzusehr bedrängt?
Ooh! Schrecklich ... es sind zwischen hundertfünfzig und zweihundert Personen an einem Tag - zweihundert Personen täglich.
Die einzigen Tage, an denen es weniger sind, sind deine Tage.
Ach, gut!
(Mutter "schaut" lange)
Hast du nichts zu fragen?
Was siehst du, Mutter?
(nach einem langen Schweigen)
Ich möchte sagen: Nichts! Nichts, ich sehe nichts ... Es ist kein "Etwas-das-sieht" mehr da, aber ich
M u t t e r s A g e n d a Bd 13 - 30. August 1972
30. August 1972
Wie geht es dir?
Ich glaube, gut.
Mir auch! (Lachen)
(Schweigen)
Ich kann deutlich sehen: Anstatt des Denkens wird das Bewußtsein das Leben leiten. Wenn das Bewußtsein ruhig und offen dem Göttlichen gegenüber ist, geht alles gut. Doch ständig gelangen Dinge ins Bewußtsein, als kämen sie aus der ganzen Welt (Geste eines von allen Seiten kommenden Ansturms): alles, was die göttliche Aktion leugnet oder ihr widerspricht. Ständig kommt dies so (gleiche Geste). Wenn ich still bleiben kann (Geste der Darbietung mit offenen Händen) in der Haltung... (lächelnd) einer Nichtexistenz, eine Art ... Ich weiß nicht, ob ich Transpare