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M u t t e r s . A g e n d a . Bd 12 - 2. März 1971
2. März 1971
(Auszug aus Sujatas Notizbuch. Seit zwei Tagen ist Mutters Backe
wegen eines Zahnabszesses geschwollen.)
Mutter geht es besser. Tendenz zur Verinnerlichung.
Während sie meine Hände hielt,
schien es mir, als ob etwas von mir in sie überging.
Mutter schien sich dabei gut auszuruhen.
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29. Mai 1971
(Das Gespräch beginnt mit fast zweistündiger Verspätung. Mutter entschuldigt sich. Zuerst geht es um die russische Übersetzung von La Genèse. Die Übersetzerin verlangt 2000 Franken.)
Ich weiß nicht, ob ich das Recht habe, Geld auszugeben. Es gibt so viele Vorschriften ...
(Schweigen)
Gibt es etwas anderes?
Nein, liebe Mutter ... Und du, was sagst du?
Oh! Lügen-Lügen-Lügen - alle Leute lügen ... Schrecklich.
Und die Regierung besteuert jetzt ALLES. Die Preise für die geringsten Sachen haben sich verdoppelt ... Die Leute geben mir kein Geld mehr, oder sie geben sehr viel weniger, indem sie sagen: unsere Ausgaben s
3. Juni 1971
(Zu Sujata)
Sag Satprem, daß er, was auch immer geschieht, sehr tief ins Herz gehen muß: "Herr, was Du willst; Herr, was Du willst ..." Keine Fragen stellen, sich nicht fragen warum - dies (die Stirn) schweigend, und hier (das Herz) so verbleiben (Geste, geschlossene Fäuste andeutend) mit einem intensiven Gebet: Herr, was Du willst, was Du willst ...
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1. Mai 1971
(Das Gespräch beginnt mit mehr als einer Stunde Verspätung)
Eine Lawine ...
Was hast du mir zu sagen?
Nichts Besonderes, liebe Mutter.
Ich auch nicht ... Ich habe es nur mit Leuten zu tun, die sich streiten.
Nun ... Vielleicht wird sich das richten.
Ich habe viele Botschaften geschickt ... (Mutter sucht in ihren Papieren). Ein Minister kam [[Aus der Provinz Andhra Pradesh. ]] , bei dem vierhunderttausend Arbeiter streiken; sie schrieben mir, ich solle ihn ersuchen, Mitleid mit den armen Leuten zu haben (Gott weiß! ich kenne die Geschichte nicht), aber der Herr kam, gab mir Blumen, nahm meine Blume und brachte sich
11. August 1971
(Mutter gibt Satprem eine Notiz, die sie gerade geschrieben hat:)
Wenn die Leute von der Lüge, in der sie leben, angeekelt sind, wird die Welt für das Reich der Wahrheit bereit sein.
***
(Dann eine andere Notiz, die sie K.K. Birla,
einem der einflußreichsten Industriellen Indiens, zu lesen gab.)
Die Wahrheit liegt in Reichweite der Menschen,
aber sie scheren sich nicht um die Wahrheit.
***
Hast du etwas zu sagen?
Was geschieht im Augenblick?
(Mutter verharrt mit geschlossenen Augen,
versucht mehrere Male zu sprechen,
geht dann wieder in sich
bis fast zum Ende des Gesprächs)
Ha
18. August 1971
Der Körper hat den Eindruck, daß es eine neue Lebensart gibt, die er erlernen muß, und ständig lernt er etwas hinzu. Aber es sind ganz kleine Dinge, d.h. eine Art Geheimnis muß gefunden werden, eine Haltung, die beständig sein muß, aber die bewirkt, daß die Dinge so gut sind, wie sie nur sein können.
Eine Art Gegenstück zum Mantra. Im Augenblick wiederholt der Körper das Mantra, aber er weiß, daß es ... Etwas muß erlernt werden, das physisch das Mantra ersetzt.
(Mutter geht in sich)
Hast du etwas?
Was ich schwierig finde, ist die Beständigkeit - eine Beständigkeit einzurichten. Das ist sehr schwierig.
Eine Beständig
10. Februar 1971
Guten Tag, Mutter.
Nun?...
Wie geht es dir?
Es geht nicht schnell voran ... Es geht, das Bein ist fast geheilt - fast: eine Kleinigkeit im Fuß ist noch da, aber das ist nichts. Das Sehen ist nicht sehr klar. Es geht besser - alles geht besser, aber sehr langsam. Der Wille scheint nichts damit zu tun zu haben. Es ist etwas, das völlig außerhalb meiner Kontrolle steht - was ist es eigentlich? Ich weiß es nicht.
Hängt es vielleicht vom Rest der Welt ab?
Ja, wahrscheinlich ... Ja, es ist keine persönliche Angelegenheit, denn ... Der persönliche Wille ist da, aber er wird so gehalten (zurückgezogene und reglose
21. Juli 1971
Was hast du zu sagen?
Und du?
Ich bin immer noch erkältet. Ich war geheilt, ich war dabei, gesund zu werden, aber ... (Geste einer herabstürzenden Lawine). Aber das ist nicht interessant.
Das Interessante ist, daß der Körper immer bewußter wird, aber auf eine höchst interessante Weise.
Zum Beispiel?
Dafür müßte ich mentalisieren, was ich nicht kann.
(Schweigen)
Ich beginne im voraus zu wissen, was geschehen wird, was die Leute mir sagen werden, all das. Wie soll ich das erklären?...
Es ist, als sei ich die Umstände, die Leute, die Worte GEWORDEN ...
Der Körper ist immer bewußter, aber überhaupt nicht au
29. Dezember 1971
(Mutter streichelt Satprems geschwollenes Auge)
Ach, das tut nicht weh, Mutter ... Hast du Neuigkeiten?
Es geht - es geht schnell voran.
Dadurch, daß es schnell geht, wird es übertrieben (Geste eines Ziehens).
Während ein und derselben Mahlzeit esse ich zum Beispiel, ohne es überhaupt wahrzunehmen, einzig im göttlichen Bewußtsein, dann komme ich plötzlich zurück, und ich kann nicht mehr schlucken. Ich ersticke. Das ist sehr extrem, weil es schnell geht. Aber ich weiß, was es ist.
Vorhin gab ich X [[Ein Tantriker, dem Mutter jedes Jahr an seinem Geburtstag eine Meditation gibt. ]] eine Meditation. Es ist
30. Mai 1961
Nach der Arbeit:
Und du? Was gibt es Neues?
Ich weiß nicht recht, wo ich stehe.
Oh, es ist besser, nicht zu wissen!
Ich habe es aufgegeben. Ich habe aufgegeben zu versuchen, es zu wissen. Mit der Beharrlichkeit eines Kindes wiederhole ich dem Herrn: "Es ist Zeit, daß Du all dies änderst."
In manchen Augenblicken hätte man Lust zu heulen - das ist idiotisch! Dann gibt man alles dem Herrn hin: "Ich überlasse Dir diese Arbeit, tue, was Du willst, wie Du willst, wann Du willst."
Ich versuche, so ruhig zu sein wie möglich (Geste mentaler Unbewegtheit), aber wenn man das tut, dann merkt man erst..